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       # taz.de -- Kommentar Deutsches Ost-West-Gefälle: Ernüchternde Zahlen
       
       > Der Osten müsste endlich mit dem Westen gleichgestellt werden: bei
       > Löhnen, Renten und Behördenstandorten. Doch zu Hoffnung besteht kein
       > Anlass.
       
   IMG Bild: Seit der Wende hat sich noch nicht genug getan
       
       Dieser Kommentar wird geschrieben, während am Redaktionsfenster ein
       stinkender Autokorso der Marke Trabant vorbeipfeift. [1][„Trabi Safari“]
       heißt das ostalgische Spektakel, das sich Tag für Tag in der einst
       geteilten Stadt Berlin zuträgt. Für sechzig Euro darf sich jeder Depp in
       ein kleines Pappauto quetschen und „brilliant fun“ (The Sunday Times)
       entlang des Todesstreifens haben.
       
       Und tatsächlich fragt man sich, wenn sie in Chemnitz und Köthen mal wieder
       den rechten Arm heben: Wäre nicht alles einfacher, wenn der Osten noch
       immer eine Art ummauerter Menschenzoo wäre? Bizarre Autos und Politgrusel
       inclusive?
       
       Aber so ist es nun mal nicht. Ostdeutschland ist eine Region, die seit 27
       Jahren zur Bundesrepublik gehört. Und dieses mehrheitsgesellschaftliche
       Deutschland versucht seither so beharrlich wie vergeblich, die Probleme des
       Ostens wahlweise zu ignorieren, kleinzureden, zu verhöhnen oder
       auszublenden. So wird das nichts. Man kann sich die Verwandtschaft
       bekanntlich nicht aussuchen. Und da der Beziehungsabbruch grundgesetzlich
       ausgeschlossen ist, wäre eine andere Möglichkeit, den Osten endlich
       gleichzustellen. So richtig mit Löhnen, Renten, Konzern- und
       Behördenansiedlungen. Vor allem mit aufrichtigem Interesse, das etwas
       anderes meinen müsste, als in Autos in Zebraoptik durch Innenstädte zu
       heizen.
       
       Doch zur Hoffnung besteht kein Anlass. Gerade hat das [2][Statistische
       Bundesamt frische Zahlen] vorgelegt. Und ja, sie sind ernüchternd. So wie
       eigentlich immer seit jenem 3. Oktober, an dem Helmut Kohl ehrlich gerührt
       am Berliner Nachthimmel das Feuerwerk zum Tag der Deutschen Einheit
       bestaunte. 27 Prozent weniger Gehalt bei prozentual gleich hohen
       Konsumausgaben, dafür 25 Prozent mehr Alleinerziehende …
       
       Noch da? Schon klar, das Gejammer ermüdet. Ein letzter Satz:
       Demokratiepraktisch könnte der Osten ein Vorgeschmack für den Westen sein.
       Jetzt wieder wach? Dann mal los!
       
       1 Oct 2018
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.trabi-safari.de/
   DIR [2] https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-10/statistisches-bundesamt-armut-gefaehrdet-ostdeutschland
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anja Maier
       
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