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       # taz.de -- Kolumne Liebeserklärung: Pazifismus made in Germany
       
       > Ein Moor brennt, weil die Armee nicht mit Waffen umgehen kann. Mit dieser
       > Truppe wird es nie mehr Krieg geben, der von Deutschland ausgeht.
       
   IMG Bild: Die Bundeswehr ballerte drauf los, seither sind fünf Hektar Moorland in Brand
       
       Am Freitag hat der Kreis Emsland den Katastrophenfall ausgerufen. Womöglich
       muss die Gemeinde Stavern evakuiert werden – und das alles, weil die
       Bundeswehr es nicht lassen konnte, [1][auf ihrer Wehrtechnischen
       Dienststelle 91 in einem Moor bei Meppen rumzuballern.]
       
       Bei der Dürre! In einem Moor soll man noch nicht mal rauchen, vor allem
       wenn es so trocken ist, aber vom Hubschrauber aus Raketen abfeuern, das
       schien aus Sicht der Armee schon klarzugehen. [2][Seit dem 3. September
       brennt es deshalb im Moor]. Denn es wurde nicht nur getestet, sondern es
       wurde danach auch erst einmal nicht gelöscht. Ein Löschfahrzeug fiel aus,
       ein zweites wurde gerade repariert.
       
       Wenn es nicht so [3][tragisch für Anwohner und Umwelt wäre], man müsste
       lachen. Aber – immerhin – man kann dem Ganzen auch etwas Gutes abgewinnen:
       Mit dieser Armee ist nicht nur kein Krieg zu gewinnen, mit dieser Armee ist
       generell kein Krieg zu führen! Die Bundeswehr ist Pazifismus made in
       Germany. Eine historische Ausnahme.
       
       Und das ist ja nicht das einzige Problem der Bundeswehr: [4][Es
       funktioniert so gut wie nichts.] Laut einem Bericht, den die Bundeswehr im
       Februar dem Verteidigungsausschuss vorlegte, sollen damals nur 26 von 93
       Tornado-Kampfjets, nur 16 von 72 Transporthubschraubern des Typs CH 53, nur
       3 von 15 A400M-Transportflugzeugen, nur 5 von 13 Fregatten, nur ein U-Boot
       der Klasse 212 A und nur 39 von 128 Eurofightern einsatzbereit gewesen
       sein.
       
       Die Zahl kampfbereiter Eurofighter wurde im Mai allerdings korrigiert:
       „Laut Insidern dürften derzeit nur rund zehn Eurofighter zu echten
       Einsätzen starten“, schrieb der Spiegel.
       
       Bei der Bundeswehr dauert halt alles – Wartung und so – sehr, sehr lang.
       Bis diese Armee im Verteidigungsfall vom Zustand „Frieden“ auf Zustand
       „Krieg“ umgestellt hat, ist das ganze Land schon besetzt. Sollten sich
       Polizei und Schützenvereine nicht einmischen, würde kein Schuss fallen. Zum
       Glück. Wer weiß, wen diese Truppe treffen oder was sie in Brand setzen
       würde.
       
       Frieden schaffen ohne Waffen, die Bundeswehr macht’s vor. Eigentlich müsste
       jeder friedensbewegte Mensch stolz auf diese Armee sein. Und jetzt hoffen
       wir mal, dass die Feuerwehr im Emsland der Bundeswehr den Arsch rettet.
       
       21 Sep 2018
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Jürn Kruse
       
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