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       # taz.de -- Pestizidfirma wollte Papiere von Avaaz: Sieg gegen Monsanto
       
       > Die kleine Organisation „Avaaz“ muss dem US-Konzern keine internen
       > Unterlagen geben. So urteilt ein Richter in New York.
       
   IMG Bild: Deftiger Anti-Glyphosat-Protest von Avaaz in Brüssel
       
       Berlin taz | Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz hat vor Gericht einen Sieg gegen
       den US-Pestizidhersteller Monsanto errungen. Ein New Yorker Richter
       kassierte am Donnerstag eine gerichtliche Anordnung, wonach Avaaz der Firma
       interne Dokumente über seinen Kampf gegen das Unkrautvernichtungsmittel
       Glyphosat vorlegen sollte. Die Verfügung könnte Menschen davon abschrecken,
       ihre Meinung zu äußern und sich politisch zu engagieren, zitierten
       [1][Avaaz] und der Nachrichtendienst [2][Law360] Richter Shlomo S. Hagler.
       Allerdings ist noch Berufung möglich.
       
       Sollte Monsanto mit seiner Forderung gegen den vergleichsweise kleinen
       Verband Avaaz durchkommen, würde das weitreichende Folgen auch für andere
       Organisationen haben, die sich mit Konzernen anlegen. Ein US-Gericht hatte
       im Februar auf Betreiben des Unternehmens angeordnet, dass die Organisation
       [3][alle ihre Dokumente im Zusammenhang Glyphosat] herausgibt.
       
       Monsanto-Anwälte benötigen die Avaaz-Unterlagen nach eigenen Angaben, um
       den Konzern in einem Prozess um Entschädigungszahlungen im US-Bundesstaat
       Missouri zu verteidigen. Die Kläger leiden an Krebs, den ihrer Meinung nach
       Glyphosat-haltige Pestizide von Monsanto verursacht haben. Avaaz hat
       Monsanto zufolge mit den klagenden Anwälten zusammengearbeitet, damit die
       EU gegen Glyphosat vorgeht.
       
       ## „Wir haben Monsanto zurückgeschlagen!“
       
       Avaaz würde es nach eigenen Darstellung aber „Tausende Personalstunden und
       Hunderttausende Dollar“ kosten, die verlangten Dokumente zusammenzustellen.
       Das wäre „verheerend“ für die Arbeit der Organisation. Deshalb legte der
       Verband Widerspruch gegen die Anordnung ein.
       
       Dem gab Richter Hagler nun statt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die
       für den Missouri-Fall relevant seien, „haben nichts zu tun mit der
       Lobbyarbeit der Organisation“, sagte er laut Law360.
       
       „Es ist unglaublich, aber wir haben Monsanto zurückgeschlagen und vor
       Gericht gewonnen!“, jubelte Emma Ruby-Sachs, Vize-Chefin der Organisation.
       Der Richter habe dem Unternehmen vorgeworfen, sich demokratiefeindlich zu
       verhalten.
       
       Ein Monsanto-Sprecher sagte laut Law360: „Unabhängig von der heutigen
       Entscheidung werden wir vehement Glyphosat verteidigen“. Es werde seit mehr
       als 40 Jahren sicher genutzt und sei ein wichtiges Instrument einer
       nachhaltigen Landwirtschaft.
       
       Monsanto ist kürzlich von dem deutschen Chemiekonzern Bayer gekauft worden.
       Der Konzern erklärte am Mittwoch, er rechne mit weiteren Klagen wegen
       Erkrankungen mutmaßlich durch Glyphosat-haltige Mittel. Bisher gebe es
       bereits rund 8.700 Fälle. In einem Verfahren ist Monsanto bereits dazu
       verurteilt worden, 289 Millionen Dollar an einen Krebskranken zu zahlen.
       Das Unternehmen will die Entscheidung allerdings anfechten.
       
       7 Sep 2018
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://secure.avaaz.org/act/media.php?press_id=904
   DIR [2] https://www.law360.com/lifesciences/articles/1080321/monsanto-can-t-round-up-chemical-docs-from-advocacy-org
   DIR [3] https://gmwatch.us6.list-manage.com/track/click?u=29cbc7e6c21e0a8fd2a82aeb8&amp&id=231a46465b&amp&e=22f2fbcc29
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Jost Maurin
       
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