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       # taz.de -- Vegane Kita in Frankfurt sorgt für Ärger: Tofu ist doofu
       
       > Vegane Ernährung für Kleinkinder in der Kita – ist das die Entscheidung
       > der Eltern? Oder greift hier die staatliche Fürsorgepflicht?
       
   IMG Bild: Kuhmilch tabu: In der veganen Kita in Frankfurt gibt es nur rein pflanzliche Nahrungsmittel
       
       In Frankfurt am Main eröffnet Deutschlands erste vegane Kita und die
       Geister streiten sich. Vegane Ernährung ist ein Thema das gerne und viel
       diskutiert wird. Nun wird es zum Leitfaden einer privaten
       Kindertageseinrichtung – die von der Stadt mitfinanziert wird. Während der
       Betreiber und die beteiligten Eltern begeistert sind, kritisieren Ärzte das
       Konzept und haben große Bedenken: Im jungen Kindesalter könne vegane
       Ernährung negative Folgen haben und sogar gefährlich werden. Die Betreiber
       widersprechen. Das Ernährungskonzept ist von der Stadt Frankfurt abgesegnet
       – dabei wäre es an sich keine Pflicht gewesen, sich vom Stadtschulamt
       prüfen zu lassen. Die Kita hat sich freiwillig dafür entschieden. Die Stadt
       wiederum schient auch großes Interesse an der Kooperation zu haben,
       immerhin finanziert sie Betriebskosten und Räumlichkeiten.
       
       „Bei Gruppen mit besonderen Anforderungen an Nährstoffversorgung, zum
       Beispiel Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kleinkindern ist besondere
       Sorgfalt geboten“, schreibt die [1][Deutsche Gesellschaft für Ernährung
       (DGE) in ihrer Position zur veganen Ernährung]. Und weiter: Das Risiko für
       eine Nährstoffunterversorgung sei bei Kindern und Jugendlichen, die sich
       vegan ernähren, oder besser vegan ernährt werden, höher als bei veganen
       Erwachsenen.
       
       [2][Unabhängige Studien gibt es nicht, jedenfalls keine aktuellen]. Die
       Meinung der DGE wird jedoch von vielen Ärzten geteilt: Eine ausreichende
       Versorgung, mit allen benötigten Nährstoffen ist nicht möglich, und wenn,
       dann nur durch ergänzende Präparate wie das Vitamin B12. Entstandene Mängel
       müssten ausgeglichen werden. Und hier ergibt sich ein Problem, denn Kitas
       ist es nicht erlaubt Nahrungsergänzungsmittel an die Kinder zu geben.
       
       Zuhause liegt die Verantwortung für all das bei den Eltern. Aber welche
       Verantwortung trägt eine Kita – und der Staat, der sie finanziert? Kann die
       Kita in Kauf nehmen, dass es zu Mängeln in der Ernährung der Kinder kommen
       könnte?
       
       ## Ärzte warnen vor veganer Ernährung für Kinder
       
       Auch wenn nachhaltige Ernährung wichtig ist, muss hier gegen die Gesundheit
       von Kindern abgewogen werden. Dabei sollte auch jeder noch so geringe
       Zweifel ins Gewicht fallen. Solange die Möglichkeit einer
       Nährstoffunterversorgung theoretisch besteht, und die genauen Folgen für
       vegan ernährte Kinder nicht geklärt sind, sollte kein Risiko eingegangen
       werden. Die Stadt Frankfurt hingegen unterstützt das Konzept. Sie sendet
       damit das gegenteilige Signal – nicht nur an die Eltern dieser einen Kita,
       sondern auch darüber hinaus.
       
       Interessant ist übrigens: Viele Eltern der Kinder in der besagten Kita
       würden selbst gar nicht vegan leben. Ihre Entscheidung für die Kita habe
       damit zu tun, dass dort frisch gekocht würde, [3][sagte Geschäftsführer
       Lucien Coy]. Dabei kann man auch mit tierischen Produkten frisch kochen.
       Das schließt übrigens die Aufklärung über nachhaltige Ernährung keineswegs
       aus. Auch wer nicht vegan lebt, kann sich gesund und umweltschonend
       ernähren. Wieso also nicht gemeinsam Kochen, aber mit Lebensmitteln, die
       für die Entwicklung eines Kindes wichtig sind?
       
       Das Kitaalter ist einfach zu früh, um den Nachwuchs ins vegane
       Lebensprojekt mit einzubeziehen. Einen Nährstoffmangel und die Folgen fürs
       Kind bewusst zu riskieren ist verantwortungslos. Kleinkinder täglich mit
       ergänzenden Präparaten zu füttern, erscheint suspekt. Die eigenen Kinder
       schrittweise an eine pflanzliche Ernährung heranführen und im passenden
       Alter selbst entscheiden lassen, könnte eine Alternative sein. Das ist
       ungefährlich und vielleicht sogar effektiver.
       
       7 Aug 2018
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/04_16/EU04_2016_M220-M230.pdf
   DIR [2] https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-05/vegane-ernaehrung-kinder-gesundheit-risiko
   DIR [3] http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/deutschlands-erste-vegane-kita-eroeffnet-in-frankfurt-15724427.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Charlotte Köhler
       
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