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       # taz.de -- Skandal um Krebsmedikamente: Linken-Ministerin Golze unter Druck
       
       > Brandenburger Gesundheitsämter zogen gestohlene Medikamente nicht aus dem
       > Verkehr. Der Landtag kommt nun zu einer Sondersitzung zusammen.
       
   IMG Bild: Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze
       
       BERLIN taz | In dem Skandal um möglicherweise unwirksame Krebsmedikamente
       gerät die brandenburgische Gesundheitsministerin Diana Golze (Linkspartei)
       unter Druck. Am Mittwoch soll eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses
       des Landtags Licht in die Affäre bringen.
       
       Zunächst hatte das ARD-Magazin „Kontraste“ in seiner Sendung vom 12. Juli
       über den Fall berichtet. Demnach soll die Firma Lunapharm aus dem
       brandenburgischen Mahlow in griechischen Klinken gestohlene Krebspräparate
       an deutsche Apotheken verkauft haben. Weil die Medikamente bei ihrem
       Transport vermutlich nicht ausreichend gekühlt wurden, könnten sie
       unwirksam geworden sein.
       
       Obwohl die griechischen Behörden Deutschland schon im März 2017 informiert
       hatten, ging das brandenburgische Gesundheitsministerium nicht gegen
       Lunapharm vor. „Kontraste“ veröffentlichte eine interne E-Mail aus der
       Aufsichtsbehörde: „Der Fall ist, würden wir einen Rückruf aller Medikamente
       verlangen, könnte das im Bankrott der Firma enden.“
       
       Auch als die Justiz längst ermittelte, spielte das Gesundheitsministerium
       den Fall noch herunter: Es lägen „keine Hinweise vor, dass mit
       Arzneimitteln, die Gegenstand von Straftaten geworden sind oder die in
       ihrer Qualität beeinträchtigt sind, gehandelt wurde“, zitiert „Kontraste“
       das Ministerium. Laut RBB gingen die Medikamente an 19 Apotheken in neun
       Bundesländern.
       
       Erst am Freitag, als der Skandal in den Schlagzeilen war, reagierte Golze.
       Sie entzog der Abteilung 4 ihres Ministeriums die Arzneimittelaufsicht und
       wies sie einer anderen Abteilung zu. „Nach allem, was wir wissen, wurde
       eindeutig gegen bestehende Regeln verstoßen, die zu diesem Behördenversagen
       geführt haben“, sagte Golze.
       
       Gleichzeitig erstattete sie Strafanzeige gegen einen Mitarbeiter des
       Ministeriums und beurlaubte ihn vom Dienst. Der Firma Lunapharm entzog
       Golze die Betriebserlaubnis. Außerdem richtete das Ministerium eine
       Telefon-Hotline für betroffene Bürger und eine Task Force zur Aufklärung
       des Skandals ein.
       
       Die Grünen im Brandenburger Landtag äußerten sich danach zurückhaltend:
       „Unserer Fraktion ist es prioritär wichtig,Skandal um Krebsmedikamente die
       Sondersitzung des Ausschusses dafür zu nutzen, die Sachaspekte
       herauszuarbeiten. Wir möchten vermeiden, dass in der Sondersitzung der
       unproduktive Austausch Skandal um Krebsmedikamentevon Vorwürfen im
       Vordergrund steht“, sagte Fraktionschefin Ursula Nonnemacher.
       
       Für die Linkspartei kommt der Skandal zur Unzeit: Im nächsten Jahr wird in
       Brandenburg gewählt. Golze ist nicht nur Ministerin, sondern auch eine der
       beiden Landesvorsitzenden der Partei und mögliche Spitzenkandidatin. Laut
       Umfragen ist derzeit keine Neuauflage der jetzigen rot-roten Koalition
       möglich, allenfalls für Rot-Rot-Grün könnte es knapp reichen.
       
       23 Jul 2018
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Martin Reeh
       
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