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       # taz.de -- Die Wochenvorschau für Berlin: Endzeitstimmung und Feierlaune
       
       > Diese Woche ist gute Laune angesagt. Es ist wieder Zeit für die größte
       > Umsonst-und-draußen-Party und das größte Festival für freie Kunst in
       > dieser Stadt.
       
   IMG Bild: Auch mal interessant: Der Bläserkreis vom Posaunendienst in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg bei der Fete de la Musique 2016
       
       Nach einem bezaubernden Frühling beginnt diese Woche offiziell der Sommer –
       und wie immer wird der in Berlin mit dem Umsonst-und-draußen-Fest [1][Fête
       de la Musique] begrüßt. Auf knapp 100 Bühnen und in vielen Straßen der
       ganzen Stadt zeigen Musiker am Donnerstag ihr Können und verbreiten
       hoffentlich gute Laune.
       
       Die kann eigentlich jedeR brauchen, der sich dann und wann fragt, wie es um
       die geistige Verfassung so mancher MitbürgerInnen bestellt ist. Am Dienstag
       beispielsweise wird der Prozess eröffnet gegen den jungen Mann, der
       kürzlich in Prenzlauer Berg einen [2][Kippa tragenden Israeli mit dem
       Gürtel geschlagen hat] (9.15 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Saal B 228,
       Turmstr. 91).
       
       Kontrovers zugehen dürfte es auch auf einer Veranstaltung der Berliner FDP
       zur Frage, ob „der Islam zu Deutschland gehört“ – dieses Thema ist ja immer
       für fragwürdige Einwürfe gut. Mit dabei ist unter anderem die Anwältin und
       Moscheegründerin Seyran Ateş (Dienstag, 18 Uhr, Ibn-Rushd-Goethe-Moschee,
       Alt-Moabit 24).
       
       Am Mittwoch verhandelt dann der Berliner Verfassungsgerichtshof eine Klage
       der AfD gegen Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Dieser hat nach
       Auffassung der Oberrechten mit Äußerungen über AfD-Politiker im
       Bundestagswahlkampf 2017 gegen die Neutralitätspflicht eines
       Regierungsmitglieds verstoßen. Was den Freunden von Nazivogelschiss und
       Schlussstrichen natürlich nie passieren würde, wenn sie selbst – was Gott
       verhüten möge – in Regierungsverantwortung wären.
       
       Wem das alles zu deprimierend und endzeitstimmungsmäßig ist, der schlafe
       halt bis zur Fête durch. Dann ist man auch fit genug, um am Freitag gleich
       weiterzufeiern beim Berliner Volksfestsommer. Das ehemalige
       Deutsch-Französische Volksfest auf den Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm
       hat jede Menge Achterbahnen, Rummel- und Fressbuden zu bieten, samstags
       gibt’s auch noch Feuerwerk (22. 6. bis 22. 7.).
       
       Wer’s etwas ruhiger und szeniger mag, geht am Wochenende vielleicht aber
       lieber auf einen Spaziergang durch Neukölln und studiert beim [3][Festival
       „48 Stunden Neukölln“] die aktuellen Arbeiten von rund 1.000 KünstlerInnen.
       Zum 20. Mal findet nun dieses größte freie Kunstfestival Berlins statt,
       insgesamt gibt es 250 Ausstellungen, Performances, Konzerte, Lesungen und
       Events. Das Motto in diesem Jahr lautet „Neue Echtheit“ – ein Thema, über
       das es sich ja auch mit FreundInnen prima streiten lässt. Denn was heißt in
       Zeiten digitaler Omnipräsenz schon noch echt?
       
       18 Jun 2018
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.fetedelamusique.de/
   DIR [2] /!5499674/
   DIR [3] https://48-stunden-neukoelln.de/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Susanne Memarnia
       
       ## TAGS
       
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