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       # taz.de -- Studie zu Politik und Emotionen: AfD-Wähler am pessimistischsten
       
       > Eine neue Studie zeigt: AnhängerInnen der Rechtspopulisten haben deutlich
       > mehr Angst vor der Zukunft als die anderer Parteien.
       
   IMG Bild: 59 Prozent der AfD-Wähler gaben an, häufig Angst vor der Zukunft zu haben
       
       BERLIN taz | AfD-Wähler unterscheiden sich in ihren Emotionen und
       Zukunftserwartungen deutlich von WählerInnen anderer Parteien. Während eine
       Mehrheit der Deutschen positiv gestimmt ist, blicken AnhängerInnen der
       Rechtspopulisten deutlich pessimistischer in die Zukunft. Zu diesem
       Ergebnis kommt [1][eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung], die
       am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.
       
       Der Stiftungsvorsitzende Norbert Lammert sieht das als Beleg, dass sich die
       Wählermilieus von CDU und CSU klar von denen der AfD unterscheiden. Die
       Vermutung, dass die AfD eine ähnliche „Kundschaft“ habe wie die
       Unionsparteien, werde damit stark relativiert, betonte Lammert. AfD-Wähler
       hätten ein „deutlich anderes Weltbild“, sagte der CDU-Politiker und frühere
       Bundestagspräsident.
       
       In der von der Adenauer-Stiftung beauftragten Umfrage bejahten 83 Prozent
       der AfD-Wähler den Satz „Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für
       Deutschland“. In der Gesamtbevölkerung stimmte nur ein Drittel dem Satz zu.
       Eine Mehrheit findet sich auch bei Linken-Wählern für diese pessimistische
       Aussage: 53 Prozent stimmten zu. Bei den anderen Parteien sieht nur eine
       Minderheit schwarz: 14 Prozent der Unionswähler, 17 Prozent der SPD-Wähler,
       15 Prozent der FDP-Wähler und 22 Prozent der Grünen-Wähler bejahten den
       Satz.
       
       Auch bei anderen Fragen zeigte sich den Angaben zufolge Pessimismus vor
       allem bei AfD-Wählern. 59 Prozent von ihnen gaben an, häufig Angst vor der
       Zukunft zu haben. In der Gesamtbevölkerung sehen das nur 34 Prozent so. Bei
       den Sympathisanten der anderen Parteien überwiegen die Optimisten, vor
       allem bei den Unions-Wählern: Nur 19 Prozent von ihnen sagten, sie hätten
       häufig Angst vor der Zukunft. Bei den FDP-WählerInnen waren es 22 Prozent.
       Bei der SPD (34 Prozent), den Grünen (34 Prozent) und der Linken (43
       Prozent) haben mehr AnhängerInnen Angst vor der Zukunft.
       
       Die Studie fragte auch ab, welche Gefühle WählerInnen mit den Parteien
       verbinden. Die CDU löste positive Gefühle aus und wurde zum Beispiel mit
       Stabilität, Sicherheit, Vertrauen und Zuversicht verbunden. Dabei empfanden
       CDU-WählerInnen diese Gefühle stärker als die BürgerInnen in ihrer
       Gesamtheit – doch zwischen beiden Gruppen gab es eine starke Korrelation.
       Die SPD löste ähnliche Gefühle aus. Allerdings gab es bei ihr neben
       positiven Assoziationen auch negative. Sie wurde von der Gesamtbevölkerung
       auch mit Aufregung, Resignation, Empörung oder Verzweiflung verbunden.
       
       Bei der AfD zeigte sich ein ganz anderes Bild. Sie wurde von ihren
       AnhängerInnen stark mit positiven Gefühlen wie Sicherheit, Vertrauen oder
       Zuversicht verbunden. In der Gesamtbevölkerung überwogen hingegen klar
       negative Gefühle, etwa Angst, Unbehagen oder Wut. „Hier wird deutlich, wie
       stark die AfD polarisiert“, hieß es in der Studie.
       
       Für die Studie haben Umfrageinstitute im November und Dezember 2017 rund
       2.700 sowie im Januar und Februar 2018 nochmals rund 1.400 Menschen
       befragt. Die repräsentative Studie soll Aufschluss darüber geben, welche
       Rolle Emotionen bei Wahlentscheidungen spielen. Dass Emotionen
       ausschlaggebend sein können, sei keine neue Einsicht, sagte Lammert. Mit
       Rückschlüssen aus der Studie für eine Strategie seiner Partei im Umgang mit
       der AfD hielt er sich zurück. Genaue operative Konsequenzen sehe er nicht.
       Er empfehle den Parteien aber, die Studie bei der Erstellung von
       Grundsatzprogrammen zu bedenken. (mit epd)
       
       24 May 2018
       
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