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       # taz.de -- Kommentar kostenloser Nahverkehr: Eine systemsprengende Idee
       
       > Der Vorstoß der amtierenden Minister kann den Weg für eine echte
       > Verkehrswende bereiten. Es fehlt nur noch die Finanzierung und der Wille
       > der Regierung.
       
   IMG Bild: Busfahren ist doch viel schöner als bei Stau im Auto zu schmoren
       
       Der Vorstoß der Bundesregierung für einen [1][Nulltarif] im Nahverkehr, um
       die Klageandrohung der EU abzuwehren, geht in die richtige Richtung. Im
       Detail ist er allerdings als „Schnellschuss“ halbgar und bedarf der
       Nachbesserung, damit daraus ein glaubhafter Einstieg in die längst
       überfällige Verkehrswende wird.
       
       Richtig ist, wer Fahrverbote verhindern will, muss massiv Autoverkehr
       einsparen. Dafür braucht man eine Angebotsoffensive bei Bussen und Bahnen
       (und natürlich auch Fuß- und Radverkehr). Und die kostet Geld. Für neue
       Busse und Bahnen und für den vervielfachten Betriebsaufwand.
       
       Bisher fördert der Bund keine ÖPNV-Betriebskosten. Wenn er Nulltarif will,
       muss er das auch finanzieren. Aber nicht nur in fünf Modellgemeinden, denn
       das Problem besteht ja nachweislich in 75 hoch belasteten Städten. Wenn man
       breit messen würde, kämen Hunderte stark mit Autoverkehr und
       Luftschadstoffen belastete Klein- und Mittelstädte dazu.
       
       Brüssel wird zu Recht sagen: „Gute Idee, aber bitte mehr davon, im ganzen
       Land.“ Dann kostete das rund 12 Milliarden Euro an Kompensation der
       Fahrgeldeinnahmen. Hinzu kämen Investitionen für neue Busse und Bahnen in
       gleicher Höhe. Also „eine Menge Holz“ für Verkehrsbetriebe und ihre
       Eigentümer. Aber es wäre auch: das wichtigste Zukunftsinvestitions- und
       Klimaschutzprogramm für Deutschland. Gebraucht würden freilich auch mehr
       Bundesmittel für Radschnellwege und -stationen.
       
       Also kann dieser winzige, aber systemverändernde Vorstoß der drei
       amtierenden Minister den Weg bereiten für eine echte Verkehrswende. Damit
       lässt sich auf der anderen Seite viel Geld sparen, weil bei abnehmendem
       Autoverkehr das Autosystem nicht weiter ausgebaut werden muss. Dafür hat
       bislang der Bund viele Milliarden eingeplant. Das neue Kabinett muss nun
       eine neue Verkehrsfinanzierung einleiten, die leider in der aktuellen
       Koalitionsvereinbarung noch keine Rolle spielt.
       
       14 Feb 2018
       
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