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       # taz.de -- Olympische Winterspiele in Südkorea: Nordkorea wird teilnehmen
       
       > Das IOC feiert sich selbst und den olympischen Geist. Nordkorea schickt
       > 22 Sportler nach Pyeongchang. Beim Frauen-Eishockey bilden beide Koreas
       > sogar ein Team.
       
   IMG Bild: Ein langer Weg für eine kurze Reise zum Nachbarn: die EisläuferInnen Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik
       
       Lausanne dpa | Nordkorea wird mit 22 Sportlern bei den Olympischen
       Winterspielen in Südkorea vertreten sein. 20 Tage vor der Eröffnungsfeier
       in Pyeongchang am 9. Februar verkündete IOC-Chef Thomas Bach am Samstag
       nach einem Treffen mit Vertretern aus beiden Ländern in Lausanne die
       endgültige Teilnahme von Nordkorea. „Heute ist ein großer Tag, weil der
       olympische Geist beide Seiten zusammengebracht hat“, sagte der Deutsche.
       „Es war eine schwierige Reise.“
       
       Bei der Eröffnungsfeier werden die Delegationen beider Länder unter dem
       Namen Korea und mit der „Vereinigungs-Flagge“ in das Stadion einlaufen.
       „Das wird nicht nur für Korea ein emotionaler Moment, sondern für die ganze
       Welt“, sagte Bach. In der Vergangenheit waren nord- und südkoreanische
       Athleten bereits zusammen und mit der neutralen Flagge bei olympischen
       Eröffnungsfeiern wie 2000 in Sydney, 2004 in Athen oder 2006 in Turin
       aufgetreten. Die Flagge zeigt die koreanische Halbinsel in Blau vor weißem
       Hintergrund.
       
       Die Sportler aus dem kommunistischen Norden der koreanischen Halbinsel
       werden in fünf Disziplinen antreten. Darunter ist auch erstmals ein mit
       Südkorea gemeinsam gebildetes Frauen-Eishockeyteam. Es ist das erste Mal,
       dass beide koreanischen Staaten bei Olympischen Spielen in einer Sportart
       eine gemeinsame Mannschaft stellen. „Dieses Team ist ein großartiges Symbol
       der vereinigenden Kraft des olympischen Sports“, sagte der IOC-Präsident.
       
       Außerdem starten Nordkoreaner im Eiskunstlauf, Shorttrack, Ski Alpin und
       Skilanglauf. Sie werden von 24 Trainern und Funktionären begleitet. Die
       Paarläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik hatten sich als einzige Nordkoreaner
       sportlich für Pyeongchang qualifiziert, jedoch nicht mehr rechtzeitig
       angemeldet.
       
       Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner
       Neujahrsansprache Anfang Januar angeboten, eine Delegation ins westlich
       geprägte Südkorea zu entsenden. Die jüngsten Signale der Annäherung
       zwischen beiden Koreas verringerte zuletzt die Angst vor einer Eskalation
       des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm kurz vor Beginn der
       Winterspiele erheblich. Die Lage hatte sich im vergangenen Jahr nach
       zahlreichen Raketentests durch Nordkorea zugespitzt.
       
       Nordkorea war zuletzt 2010 in Vancouver mit Athleten bei Winterspielen
       vertreten. Insgesamt gewannen Wintersportler des isolierten Landes bei acht
       Teilnahmen nur zwei Olympia-Medaillen. Die bislang letzte holte die
       Shorttrackerin Hwang Ok-sil 1992 mit Bronze in Albertville.
       
       Unmittelbar vor dem Treffen in Lausanne hatte es Irritationen zwischen den
       beiden Ländern gegeben. Nach der Einigung mit Südkorea auf den Auftritt
       einer nordkoreanischen Musikgruppe während der Olympischen Winterspiele
       hatte Nordkorea den Besuch einer Vorausdelegation in Pyeongchang für
       Samstag angekündigt, diesen dann aber überraschend abgesagt. Nun soll die
       Delegation mit sieben Mitgliedern aber am Sonntag auf dem Landweg über die
       schwer bewachte innerkoreanische Grenze anreisen. Das teilte das
       Vereinigungsministerium in Seoul mit. Der Vorschlag des Nordens für den
       zweitägigen Besuch sei akzeptiert worden.
       
       20 Jan 2018
       
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