URI:
       # taz.de -- Neue Namen auf der US-Sanktionsliste: Donald Trumps globale Schurkenliste
       
       > Die USA verhängen Sanktionen gegen Verantwortliche von Ausplünderung,
       > Menschenrechtsverletzungen und Korruption in aller Welt.
       
   IMG Bild: Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch: Auch der für die Vertreibung der Rohingya verantwortliche Militärchef steht auf der Sanktionsliste
       
       Berlin taz | Präsident Donald Trump hat am Donnerstag per Dekret einen
       „Menschenrechts- und Korruptionsnotstand“ erklärt und 13 Personen und viele
       mit ihnen verbundene Personen, Firmen oder Institutionen in aller Welt mit
       Sanktionen belegt. Im Rahmen des „Magnitsky-Gesetzes“ werden alle Guthaben
       der Betroffenen in den USA eingefroren und alle Geschäftsbeziehungen von
       US-Bürgern mit ihnen untersagt, was sie auch aus allen
       Dollar-Finanztransaktionen ausschließt.
       
       Die Namen der 13 Personen und womit die US-Regierung die Sanktionen
       begründet:
       
       Volksrepublik China: Gao Yan, Sicherheitschef des Bezirks Chaoyang in
       Peking, verantwortlich für den Tod der Menschenrechtsaktivistin Cao Shunli
       in der Haft 2014.
       
       Dominikanische Republik: Ángel Rondón Rijo, Lobbyist des brasilianischen
       Baukonzerns Odebrecht, für Schmiergeldzahlung an Politiker verantwortlich.
       
       Gambia: Yahya Jammeh und Yankuba Badjie, für Unterdrückung und Diebstahl
       verantwortlicher Präsident 1994–2017 und für Folter und Mord
       verantwortlicher Geheimdienstchef 2013–17, dazu 12 Unternehmen.
       
       Guatemala: Julio Antonio Juárez Ramírez, Abgeordneter, der die Ermordung
       zweier Journalisten in Auftrag gab.
       
       Israel/Demokratische Republik Kongo: Dan Gertler, israelischer
       Geschäftsmann und größter internationaler Geschäftspartner von Kongos
       Präsident Joseph Kabila, verantwortlich für Deals mit Milliardenverlusten
       für Kongos Staat, dazu 18 Unternehmen und der Geschäftspartner Pieter
       Albert Deboutte.
       
       Myanmar (Birma): Maung Maung Soe, Leiter der Militäroperationen, bei denen
       dieses Jahr zahlreiche Rohingya vertrieben und getötet wurden.
       
       Nicaragua: Roberto José Rivas Reyes, Leiter der Obersten Wahlbehörde,
       korrupt und für Wahlbetrug verantwortlich.
       
       Pakistan: Mukhtar Hamid Shah, Chef der Nierentransplantationszentrums in
       Rawalpindi und verantwortlich für illegalen Organhandel.
       
       Russland: Artem Chayka, Sohn des Generalstaatsanwalts der Russischen
       Föderation, der für seine Firmen Vorzugsbedingungen erwirkte.
       
       Serbien: Slobodan Tešić, einer der größten Waffenhändler des Balkans,
       Besitzer von Rüstungsfirmen.
       
       Südsudan: Benjamin Bol Mel, Leiter der Handelskammer, Hauptfinanzberater
       von Präsident Salva Kiir sowie Chef einer vom Staat begünstigten Baufirma.
       
       Ukraine: Sergei Kusiuk, als Kommandeur der Elitepolizei „Berkut“ während
       der Unterdrückung der Maidan-Proteste 2013–14 für Übergriffe und Tötungen
       verantwortlich, heute Polizist in Russland.
       
       Usbekistan: Gulnara Karimova, Tochter des verstorbenen Präsidenten Islam
       Karimow, in kriminelle Deals verwickelt.
       
       22 Dec 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Bernd Pickert
   DIR Dominic Johnson
       
       ## TAGS
       
   DIR USA
   DIR Sanktionen
   DIR Großbritannien
   DIR Kim Jong Un
   DIR Nordkorea
   DIR Ukraine
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Sanktionen in Großbritannien: Saudis und Russen im Visier Londons
       
       Großbritannien verhängt Maßnahmen gegen mutmaßliche Verantwortliche von
       Menschenrechtsverletzungen. Darunter sind etwa Einreiseverbote.
       
   DIR Kommentar Botschafter in Nordkorea: Nur Reden hilft
       
       US-Präsident Trump verlangt von Deutschland, die offiziellen Beziehungen zu
       Nordkorea abzubrechen. Das aber wäre Wahnsinn.
       
   DIR USA im Konflikt mit Nordkorea: Auf die Terrorliste gesetzt
       
       Der US-Präsident hat Nordkorea auf die Liste staatlicher Terrorunterstützer
       gesetzt. Er kündigte während einer Kabinettssitzung eine neue Reihe von
       Sanktionen an.
       
   DIR Ex-US-Botschafter über Ukraine-Krise: „Das ist ein Familienstreit“
       
       Putins aktuelle Politik ist die Folge von Provokationen des Westens, sagt
       Jack Matlock, ehemaliger US-Botschafter in Moskau.