# taz.de -- Bolzplatz in Eidelstedt wird eingeschränkt: Kein Sport am Sonntag
> Die Benutzung eines Bolzplatzes in Eidelstedt wird eingeschränkt. Grund
> dafür ist eine Folgeunterkunft für Flüchtlinge in der direkten
> Nachbarschaft.
IMG Bild: Eine Demo für einen Fußballplatz in Altona
Hamburg taz | Aus Lärmschutzgründen dürfen Nachwuchskicker den 20 mal 27
Meter großen Bolzplatz am Duvenacker in Eidelstedt nicht mehr nach 20 Uhr
und sonntags benutzen. Dabei soll direkt nebenan ein Spielplatz errichtet
werden, auf dem auch Sonntags nach Herzenslust gebrüllt werden darf.
Wie der Eimsbüttler SPD-Bezirksabgeordnete Peter Schreiber sagt, ist der
Bolzplatz 2009 eingeweiht worden, um das geringe Freizeitangebot für Kinder
und Jugendliche in Eidelstedt zu erweitern. Damals habe er isoliert in der
Nähe der Autobahn gelegen.
Inzwischen ist die Wohnbebauung herangerückt, vor allem mit der
Fertigstellung einer Folgeunterkunft für Geflüchtete. Heute ziehen die
ersten von 380 Geflüchteten ein.
Der Bezirk hat schon während des Baus erkannt, dass es Probleme mit dem
Lärmschutz geben würde. Deshalb plante er Anfang des Jahres, den Bolzplatz
um 20 Meter nach Norden zu verlegen, um die geltenden Lärmgrenzwerte
einzuhalten. Doch die Verschiebung hat nie stattgefunden – stattdessen
schränkte der Bezirk die Nutzungszeiten ein.
## „Kinderlärm ist anzunehmen“
Der Effekt dieser Maßnahme wird jedoch nicht lange anhalten. Denn am
Duvenacker wird ab dem Frühjahr ein Kinderspielplatz gebaut. Obwohl die
Kinder beim Schaukeln und Klettern laut werden können, wird dessen
Benutzung nicht eingeschränkt.
Der Bezirk begründete das in der Bild-Zeitung: „Kinderlärm, der vom
Spielplatz ausgeht, ist von den Nachbarn hinzunehmen, da Kinderlärm
privilegiert ist.“ Juristisch fallen Spielplätze nicht unter die selbe
Regelung wie Sportanlagen: Der Lärm von Spielplätzen gilt nach einem
einschlägigen Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz vom
Oktober 2017 (Az. 1 C 11131/16.OVG) als zumutbar.
Dass der Lärmschutz zunehmend zum Problem wird, liegt an der wachsenden
Dichte Hamburgs. Um der Wohnungsnot zu begegnen, werden Brachen bebaut. „Es
fehlt immer mehr der öffentliche Freiraum zur Kompensation immer dichterer
Städte“, sagte Mazda Adli, Autor des Buches „Stress and the city“ der
Süddeutschen Zeitung.
Wegen der Verdichtung brauche Eidelstedt mehr denn je solche Freiflächen,
sagt der Bezirksabgeordnete Schreiber.
Das gilt umso mehr, als solche Plätze die Gelegenheit bieten, aus seinem
üblichen Umfeld heraus zukommen, um mit andere Menschen in Kontakt zu
kommen. Für die geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die in der Nähe des
Bolzplatzes wohnen werden, ist das eine Gelegenheit, die ihnen nicht einmal
die Schule bietet, da sie meistens in besonderen Klassen ohne regelmäßigen
Kontakt zu Einheimischen lernen.
20 Dec 2017
## AUTOREN
DIR Adèle Cailleteau
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