# taz.de -- Feierlichkeiten zum Jahresende: Bis der Arzt kommt
> Feinstaub und Giftfunde im Weihnachtsbaum: Behörden warnen und raten zum
> Sicherheitsabstand zu Knallkörpern.
IMG Bild: Viel Feinstaub, viele Dezibel: Silvesterböller
Berlin taz | Um in wenigen Stunden 4.000 Tonnen Feinstaub auszustoßen,
bräuchte man ganz schön viele Autos. Mit Silvesterböllern geht das ziemlich
schnell. Raketen und Knallkörper setzen in Deutschland nach Angaben des
Umweltbundesamtes (UBA) so viel Feinstaub frei wie etwa 15 Prozent des
jährlichen Straßenverkehrs. Ab dem 28. Dezember sind die Feinstaubbomben
für Volljährige käuflich.
Unterdessen warnt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
(BAM) Käufer vor illegalen Knallern und unsachgemäßen Anwendungen. Heidrun
Fink von der BAM sagt: „Damit im Ohr die Schmerzensgrenze von 120 Dezibel
nicht überschritten wird, muss ein Sicherheitsabstand von acht Metern zu
den Knallkörpern eingehalten werden.“
Ein Sicherheitsabstand zum Weihnachtsbaum wäre auch nicht schlecht: Laut
dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wurden in einem Test an 13 von
17 untersuchten Bäumen Rückstände verschiedener Pflanzenschutzmittel
nachgewiesen. Stichprobenartig wurden Weihnachtsbäume aus überwiegend
deutschen Plantagen etwa in Baumärkten oder im Straßenverkauf erworben und
auf knapp 140 Pestizide untersucht.
In einem Baum aus Gemünden im Landkreis Main-Spessart sei unter anderem
Parathion-Ethyl – im Handel als E 605 bekannt – entdeckt worden. Es handle
sich um ein Mittel, das bereits seit 15 Jahren in der Europäischen Union
verboten sei. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger erklärte auf
Nachfrage, er nehme den Pflanzenschutz sehr ernst, die Stichprobe von 17
Bäumen sei zu klein.
14 Dec 2017
## AUTOREN
DIR Lukas Dörrie
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