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       # taz.de -- Hendricks-Äußerung zum Glyphosat-Eklat: Verzettelt
       
       > Ein Detail im Ärger um die Glyphosat-Abstimmung wird nicht genug
       > gewürdigt: die Bedeutung des Sprechzettels. Was soll das sein?
       
   IMG Bild: So, erstmal den Sprechzettel rauskramen
       
       Berlin taz | Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
       ist ein Mensch, dem man gerne zuhört. Das liegt allerdings weniger an dem,
       was sie sagt: In einem [1][Interview] etwa, das sie am Dienstagmorgen dem
       Deutschlandfunk zur Glyphosat-Affäre gab, wurde deprimierend klar, dass die
       SPD aus dem Brüsseler Lobbyistengefallen von CSU-Landwirtschaftsminister
       Christian Schmidt keine große Sache zu machen gedenkt, sondern unbeirrt in
       Richtung Groko schlurft.
       
       Dass man Hendricks als angenehm empfindet, liegt vielmehr an ihrer
       Weigerung, den aufgeplusterten Empörungssprech mitzumachen, bei dem dann
       doch nichts herauskommt und den negativ Spitze ihr Parteifreund, SPD-Vize
       Ralf Stegner, praktiziert – [2][aktuell] auch wieder zum Thema Glyphosat.
       
       Aufhorchen bei dem morgendlichen Gespräch mit Hendricks ließ aber etwas
       ganz anderes: ein Wort – das Wort „Sprechzettel“. Auf die Frage des
       Moderators Philipp May nach der Praxis, ob es nämlich üblich sei, dass man
       als Minister nach Brüssel fahre, um dann dort spontan die Giftspritze
       anzusetzen, bemühte Hendricks gleich vier mal den „Sprechzettel“: Der sei
       zwischen den Ministerien abgestimmt gewesen, den habe ein Beamter mit nach
       Brüssel genommen, an den habe er sich nicht gehalten, von dem sei er auf
       Weisung Schmidts abgewichen.
       
       ## Auf in den Duden!
       
       Die Verwendung dieser sowohl dem Grimmschen Wörterbuch als auch dem
       aktuellen Duden unbekannten Vokabel, zu der selbst Wikipedia nur einen
       belegfreien Kurzeintrag liefert, muss Hendricks sehr wichtig gewesen sein.
       Der „Sprechzettel“ ist ihr Beweis, die smoking gun, dass Gift-Schmidt gegen
       die Geschäftsordnung der Regierung verstoßen hat, wie dann am Nachmittag
       auch Kanzlerin Merkel einräumte.
       
       Der Sprechzettel darf damit mittelfristig nicht nur auf die Dudenaufnahme
       hoffen, er hat vielmehr das Zeug, zur Geschäftsgrundlage der neuen,
       vertrauensvoll zusammenarbeitenden Großen Koalition zu werden: Solange
       jedenfalls bis statt seiner wieder das real gebrochene Wort gilt – wie eben
       in Brüssel geschehen.
       
       28 Nov 2017
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.deutschlandfunk.de/streit-um-glyphosat-verlaengerung-von-der-union-muss-jetzt.694.de.html?dram%3Aarticle_id=401749
   DIR [2] http://www.focus.de/regional/kiel/regierung-stegner-glyphosat-entscheidung-naehrt-zweifel-an-der-union_id_7907944.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ambros Waibel
       
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