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       # taz.de -- Literaturnobelpreis für Kazuo Ishiguro: Was sie ihm geben mussten
       
       > Der Brite Kazuo Ishiguro erhält den Literatur-Nobelpreis. Der in Japan
       > geborene 62-Jährige ist vor allem für seinen Roman „Was vom Tage
       > übrigblieb“ bekannt.
       
   IMG Bild: Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro
       
       Stockholm dpa | Der britisch-japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro (62)
       bekommt den Literaturnobelpreis. Er wird für „seine Romane von starker
       emotionaler Kraft“ ausgezeichnet, wie die Schwedische Akademie am
       Donnerstag in Stockholm bekanntgab. Darin lege er den Abgrund unserer
       vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloß, hieß es weiter. „Was vom
       Tage übrig blieb“ und „Alles, was wir geben mussten“ gehören zu seinen
       bekanntesten Werken. Beide Bücher wurden verfilmt.
       
       Damit überrascht die Jury erneut. Im vergangenen Jahr hatte sie Rockmusiker
       Bob Dylan für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen
       Songtradition ausgezeichnet. Er habe „den Status einer Ikone“ und einen
       tiefgreifenden Einfluss auf die zeitgenössische Musik, begründete die Jury
       damals.
       
       Dylan ließ zwei Wochen lang offen, ob er den Preis annehmen werden, kam
       dann nicht zur Verleihung nach Stockholm und holte die Auszeichnung erst
       Monate später ab, als er ohnehin für Konzerte in Schweden war.
       
       Den Preisträger wählt die Schwedische Akademie, die aus Schriftstellern,
       Literatur- und Sprachwissenschaftlern und Historikern besteht, aus fünf
       Kandidaten auf einer Shortlist aus. Letzte deutschsprachige Preisträgerin
       war die Schriftstellerin Herta Müller 2009.
       
       Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotierte
       Auszeichnung wird erst am 10. Dezember – dem Todestag von Preisstifter
       Alfred Nobel (1833-1896) – gemeinsam mit den Nobelpreisen für Medizin,
       Physik und Chemie in Stockholm verliehen. Nur der Friedensnobelpreis wird
       in Oslo überreicht.
       
       Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück und werden seit 1901 vergeben.
       Darin legte der Dynamit-Erfinder fest, dass derjenige geehrt werden solle,
       der in der Literatur im jeweiligen Jahr „das Ausgezeichnetste in idealer
       Richtung“ hervorgebracht hat.
       
       5 Oct 2017
       
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