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       # taz.de -- Kommentar Saakaschwilis Rückkehr: Eine Schlappe für Ukraines Regierung
       
       > Präsident Poroschenko wurde mit Michail Saakaschwilis Wiedereinreise
       > vorgeführt. Die USA und Polen suchen sich längst neue Verbündete in der
       > Ukraine.
       
       Michail Saakaschwili hat das Katz- und Maus-Spiel an der Grenze zwischen
       der Ukraine und der EU gewonnen und den ukrainischen Präsident Petro
       Poroschenko bis zur Lächerlichkeit vorgeführt.
       
       Doch Saakaschwili hat seine [1][Rückkehr in die Ukraine] nicht nur einer
       aktiven Zivilgesellschaft zu verdanken. Ohne die Unterstützung der
       Regierungen der USA und Polens würde er immer noch auf der anderen Seite
       des großen Teiches sitzen.
       
       Man erinnere sich: Im Juni 2013 hatten die USA den Pass von US-Dissident
       Edward Snowden annulliert. Über die Rechtmäßigkeit dieser Entscheidung kann
       man streiten. Doch Russland hatte diese Entscheidung anerkannt. Hätte
       Russland Snowden dennoch ausreisen lassen, wäre es zu einem handfesten
       Konflikt mit den USA gekommen.
       
       Ganz anders mit Saakaschwili. Auch hier hatten die ukrainischen Behörden
       die USA und Polen von der Annullierung dessen ukrainischer Pässe
       informiert. Doch dort ignorierte man dies, ließ Saakaschwili mit einem
       annullierten Pass reisen.
       
       ## Poroschenko gebührt dennoch Respekt
       
       Diese Missachtung der Wünsche Kiews durch die USA und Polen kann nur eines
       bedeuten: Man hat sich bei diesen beiden wichtigen Bündnispartnern schon
       innerlich von Petro Poroschenko verabschiedet.
       
       Wie weiter?
       
       Eine Ukraine, in der Saakaschwili eine führende Rolle spielt, wird mit
       Sicherheit effektiver gegen Vetternwirtschaft und Bestechungen vorgehen. Im
       Kampf dagegen hat der ehemalige georgische Präsident Erfahrung. Dass er
       während seiner Amtszeit in Tiflis nicht nur der Korruption, sondern
       gleichzeitig auch einigen Gegenspielern den Garaus gemacht hatte,
       interessiert heute niemanden.
       
       Mithilfe Saakaschwilis könnte die Ukraine wieder eine härtere Gangart gegen
       die Separatisten fahren. 2008 hatte er das separatistische Südossetien
       militärisch angegriffen und dabei auch Wohngebiete beschießen lassen.
       
       Gleichzeitig gebührt Poroschenko Respekt. Mit seinem Befehl an die
       Sicherheitskräfte, keine Gewalt anzuwenden, hat er gezeigt, dass er eher
       mit einer Blamage als mit einer gewaltsamen Niederschlagung unerlaubter
       Übertritte an der Grenze zur EU leben kann.
       
       11 Sep 2017
       
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   DIR Bernhard Clasen
       
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