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       # taz.de -- Kommentar Glyphosat-Zulassungsskandal: Die Zweifel sind immens
       
       > Das Bundesinstitut für Risikobewertung kopiert Urteile aus dem
       > Zulassungsantrag von Monsanto in ihr Gutachten. Wo ist die gebotene
       > Distanz?
       
   IMG Bild: Die aktuelle Glyphosat-Zulassung in der EU läuft Ende des Jahres aus, wenn sie nicht wie von der EU-Kommission gewünscht um zehn Jahre verlängert wird
       
       Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt sich gern als Hort der
       unabhängigen Wissenschaft. Doch wenn es um Pestizide geht, ist es mit
       Wissenschaftlichkeit und Neutralität zuweilen nicht weit her in dieser
       Behörde, die maßgeblich an der Zulassung der Chemikalien beteiligt ist.
       
       Das zeigt die Affäre um die BfR-Bewertung des unter Krebsverdacht stehenden
       Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat: Die Beamten haben einfach seitenweise
       Urteile über kritische Studien aus dem Zulassungsantrag von Monsanto und
       anderen Herstellern [1][in ihr Gutachten kopiert]. Ohne die Quelle zu
       nennen – was einem Plagiat entspricht. Und ohne diese Urteile mit eigenen
       Kommentaren zu versehen. Auch auf dieser Grundlage kommen die BfR-Beamten
       zu dem Schluss, Glyphosat sei nicht krebserregend.
       
       Die Umstände dieser Bewertung im Sinne der Hersteller nähren erhebliche
       Zweifel daran, dass das BfR wirklich mit der gebotenen Distanz analysiert.
       
       Das ist nicht das erste Indiz dafür, dass die Pestizidprüfung der Behörde
       zu wirtschaftsnah ist. Schon länger ist bekannt, dass BfR-Beamte gemeinsam
       mit Mitarbeitern von Agrochemie-Konzernen zum Beispiel eine Studie
       geschrieben haben. Das Bundesinstitut lässt sich auch nach eigenen Angaben
       bis heute in seiner „[2][Kommission für Pflanzenschutzmittel]“ unter
       anderem von Industrievertretern beraten.
       
       All das sind keine Beweise dafür, dass der Persilschein des BfR für
       Glyphosat tatsächlich falsch ist. Theoretisch könnte es ja sein, dass die
       Beamten nach bestem Wissen und Gewissen zu demselben Schluss gekommen sind
       wie die Monsanto-Wissenschaftler. Dass sie sich deshalb die Worte der
       Industrie zu eigen gemacht haben.
       
       Aber die Zweifel sind immens. Und das BfR konnte sie mit seiner
       Stellungnahme nicht ausräumen. Denn die bezieht sich gar nicht auf die
       kritisierten Passagen des Gutachtens, sondern auf andere, in denen die
       Industriequellen klar genannt werden.
       
       18 Sep 2017
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Zulassung-von-Glyphosat/!5445419
   DIR [2] http://www.bfr.bund.de/de/bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-11084.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Jost Maurin
       
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