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       # taz.de -- Nachruf auf Edith Windsor: Die Heldin der Ehe für alle
       
       > Sie klagte gegen die Ungleichbehandlung homosexueller Paare und erreichte
       > einen Durchbruch in den USA. Nun ist Edith Windsor mit 88 Jahren
       > gestorben.
       
   IMG Bild: Vor Gericht zum Erfolg: Edith Windsor (1929-2017)
       
       Sie wollte keine Ikone sein, sie wollte nur ihr Recht. Aber seit 2013 ist
       Edith Windsor als diejenige bekannt, deren Klage gegen die
       Ungleichbehandlung homosexueller Paare zur Abschaffung des „Gesetzes zum
       Schutz der Ehe“ und schließlich zur Legalisierung der
       gleichgeschlechtlichen Ehe in den gesamten USA führte. Seither war sie
       Ehrengast auf den Washingtoner und New Yorker Pride Parades, eine gefeierte
       Heldin der Bürgerrechte.
       
       Der frühere US-Präsident Barack Obama sagte, was sie möglich gemacht habe,
       war „ein großartiger Tag für Amerika, ein Sieg für den menschlichen
       Anstand, die Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit“.
       
       Edith Windsor hatte schon vierzig Jahre lang mit ihrer Partnerin
       zusammengelebt, als das in den USA lebende Paar 2007 in Kanada heiratete.
       Als ihre Frau 2009 starb, sollte Windsor rund 360.000 Dollar Steuern für
       das geerbte Haus zahlen – was kein heterosexueller Ehepartner hätte tun
       müssen. Das war der Ausgangspunkt der Klage, die schließlich den großen
       Durchbruch brachte.
       
       Edith Windsor war 1929 als Edith Schlain, Tochter jüdischer russischer
       Einwanderer, in Philadelphia geboren worden. Schon früh merkte sie, dass
       sie sich eher für Mädchen interessierte als für Jungs. An der Uni kam sie
       mit Saul Windsor zusammen, einem Freund ihres Bruders, trennte sich aber
       von ihm, als sie sich in eine Klassenkameradin verliebte. Doch ein
       geächtetes Leben als Lesbe traute sie sich nicht zu. Sie versöhnte sich mit
       Windsor und heiratete ihn 1950. Nicht mal ein Jahr später trennte sie sich
       erneut.
       
       Sie ging nach New York, arbeitete als Programmiererin bei IBM und lernte
       1963 in einer Bar ihre spätere Ehefrau kennen. 1967 zogen sie zusammen,
       lebten ein für damalige Verhältnisse relativ offen lesbisches Leben – ohne
       das jedoch groß zu thematisieren.
       
       Erst mit der beginnenden Pride-Bewegung Ende der 60er, Anfang der 70er
       Jahre nahmen auch die beiden regelmäßig an Demos teil und traten offen für
       gleiche Rechte ein. Mitte der 70er Jahre kündigte Windsor ihren Job bei IBM
       und setzte seitdem ihre ganze Kraft für die Bewegung ein. Sie starb am
       Dienstag in Manhattan im Alter von 88 Jahren.
       
       13 Sep 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Bernd Pickert
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwerpunkt Gender und Sexualitäten
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