URI:
       # taz.de -- Deutsche Flüchtlingspolitik: Keine Ausweisungen nach Ungarn
       
       > Seit dem 11. April wurden keine Geflüchteten aus Deutschland zurück nach
       > Ungarn geschickt, teilt die Bundesregierung mit. Das soll vorerst auch so
       > bleiben.
       
   IMG Bild: Im September 2015 saßen viele Geflüchtete am Keleti-Bahnhof in Budapest fest
       
       Berlin dpa | Aufgrund rechtlich unsicherer Bedingungen in Ungarn schickt
       die Bundesregierung derzeit keine Flüchtlinge in das EU-Land gemäß der
       Dublin-Verordnung zurück. Zwar würden weiterhin entsprechende Ersuche an
       Ungarn gestellt, teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine
       Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke mit. Prüfungen hätten
       aber ergeben, dass Überstellungen nur noch sehr eingeschränkt möglich
       seien.
       
       Spätestens seit dem 11. April sei kein Geflüchteter mehr von Deutschland
       aus nach Ungarn zurückgeschickt worden. Die Antwort der Bundesregierung lag
       der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vor. Zuerst hatte das
       ARD-Hauptstadtstudio darüber berichtet
       
       Die Dublin-Verordnung sieht vor, dass dasjenige EU-Land für das
       Asylverfahren eines Flüchtlings zuständig ist, in dem er zuerst EU-Gebiet
       betreten hat. Die EU-Kommission hatte im Mai in der Frage ein bestehendes
       Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn vorangetrieben.
       
       Die Kommission kritisiert, dass Flüchtlingen in dem Land der Zugang zu
       einem EU-rechtskonformen Asylverfahren erschwert werde. Unbefristete
       Ingewahrsamnahmen von Asylbewerbern glichen systematischen Inhaftierungen.
       
       In den Monaten zuvor hatte Deutschland aus ähnlichen Gründen darauf
       verzichtet, Flüchtlinge nach Griechenland zu überstellen. Schrittweise sei
       die Dublin-Verordnung mit dem EU-Land nun wieder aufgenommen worden,
       schreibt die Bundesregierung. Im zweiten Quartal 2017 wurde allerdings noch
       kein Geflüchteter dorthin zurückgeführt.
       
       29 Aug 2017
       
       ## TAGS
       
   DIR Flüchtlinge
   DIR Ungarn
   DIR Flüchtlingspolitik
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR EuGH
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Serbien
   DIR Schwerpunkt Angela Merkel
   DIR Schwerpunkt Flucht
   DIR Dublin-System
   DIR EuGH
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Kommentar EuGH zur Flüchtlingsquote: Europa zum Handeln verurteilt
       
       Der Europäische Gerichtshof hat nicht nur über die Umverteilung von
       Flüchtlingen entschieden. Er hat auch eine Pflicht zur Solidarität
       postuliert.
       
   DIR EuGH-Urteil zur Flüchtlingsquote: Slowakei akzeptiert, Ungarn schimpft
       
       Nach dem Urteil aus Luxemburg zur europäischen Flüchtlingspolitik sollen
       Ungarn und die Slowakei handeln. Es gibt keine schnelle Lösung.
       
   DIR Entscheidung des EuGH: Quote für Umsiedlung bleibt rechtens
       
       Ungarn und die Slowakei müssen Flüchtlinge aufnehmen. Der Europäische
       Gerichtshof weist die Klagen der Länder gegen die vorläufige Regelung ab.
       
   DIR taz-Serie Fluchtpunkt Berlin: das Ende: Macht’s gut!
       
       Zwei Jahre lang hat die taz zwei Flüchtlingsfamilien in Berlin begleitet.
       Ein persönlicher Rückblick auf zwei Jahre Flüchtlingskrise – und ein
       Abschied.
       
   DIR Angela Merkel im taz-Interview: „Ja, dies ist mein Land“
       
       Man kann afghanische Flüchtlinge auch mit freundlichem Gesicht abschieben,
       sagt die Kanzlerin – und erklärt, was an ihr grün und links ist.
       
   DIR Ein Geflüchteter wartet auf seine Duldung: Die Statistik ist gegen Sadri
       
       Yusuf Sadri floh vor zwei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Er lebt
       in Pirna und hofft noch immer, dass er bleiben kann.
       
   DIR Kommentar EU-Flüchtlingspolitik: Zu schwach für eine Lösung
       
       Die EU kommt bei der Verteilung von Flüchtlingen nicht voran. Die
       Mitgliedsstaaten verhalten sich egoistisch. Dabei wäre Solidarität dringend
       nötig.
       
   DIR EuGH-Urteil zur Balkanroute: Das Dublin-Abkommen gilt
       
       Der EuGH hat über die Einreise von Flüchtlingen auf der Balkanroute
       geurteilt. Slowenien und Ungarn werden wohl Geflüchtete aufnehmen müssen.