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       # taz.de -- heute in Bremen: „Ein anderes Männerbild“
       
       > Tagung Ein Projekt ermöglicht das „Ausleihen“ von männlichen
       > Lehramtstudenten an Grundschulen
       
       taz: Herr Fantini, warum ist es so wichtig, dass Männer in Grundschulen
       arbeiten? 
       
       Christoph Fantini: Es ist wichtig, damit Jungen und Mädchen schon früh
       lernen, dass auch Männer sich um Kinder kümmern. Wenn sie in Kindergärten
       und Grundschulen nicht eine einzige männliche Fachkraft kennenlernen,
       bleibt das klare Signal „Kümmern um Kleine ist nicht männlich“ einfach in
       den Köpfen hängen.
       
       Mit welchen Schwierigkeiten haben männliche Grundschullehrer heute noch zu
       kämpfen? 
       
       Die zentrale Schwierigkeit sind verdrehte Geschlechterbilder in den Köpfen.
       Es muss ein anderes Männerbild verbreitet werden, wo ganz klar wird, dass
       es kaum etwas männlicheres gibt, als sich zugewandt, liebevoll und
       professionell um den Nachwuchs und dessen Bildung zu kümmern.
       
       Sind auch äußere Umstände wie die Karrierechancen für den „Männermangel“
       verantwortlich? 
       
       Wenn man unter Jugendlichen forscht, stellt man fest, dass ihnen die
       Karrierewege und Verdienstmöglichkeiten oft gar nicht so bewusst sind. Sehr
       wohl bewusst sind ihnen allerdings die angesprochenen
       Männlichkeitsklischees.
       
       Welche Erfolge hat Ihr Projekt „Rent a teacherman“ bereits erzielt? 
       
       Zunächst lässt sich als Erfolg feststellen, dass der Anteil der männlichen
       Erstsemesterstudierenden an der Uni Bremen auf 22 Prozent im letzten
       Wintersemester gestiegen ist. Da in meinem Projekt bereits 14 Studierende
       mitarbeiten, ist der Männeranteil in Bremer Grundschulen wahrscheinlich so
       hoch wie in keinem anderen Bundesland. Auch viele Forschungs- und
       Abschlussarbeiten an der Universität werden inzwischen zum Thema Gender
       geschrieben.
       
       Als Gastredner haben Sie den Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann
       eingeladen. Welche Impulse erhoffen Sie sich von ihm? 
       
       Er beschäftigt sich in seiner Bildungs- und Sozialisationsforschung viel
       mit Jungen und Männlichkeit und ist jemand, der die politische Bedeutung
       von Geschlechterungleichheiten im Bildungssektor auf den Punkt bringt und
       somit vielleicht auch auf dieses Thema in seinem Vortrag eingehen wird.
       
       Interview Paulina Hemesath
       
       Fachtagung: 15 Uhr, Haus der Wissenschaft
       
       7 Sep 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Paulina Hemesath
       
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