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       # taz.de -- Saisonstart der Berliner Eisbären: Es ist wieder Eiszeit!
       
       > Am Freitagabend beginnt für die Eisbären mit dem Duell gegen Nürnberg die
       > neue Eishockey-Saison. Nach fünf mageren Jahren soll endlich wieder ein
       > Titel her.
       
   IMG Bild: Lang ist's her: Die Eisbären feiern ihren letzten Meisterschaftstitel 2012
       
       Ein „Development Camp“ unter Leitung des Trainers der LA Kings und
       international erfahrenes Personal im Verein: so was hätten sich die Fans
       der Eisbären nicht träumen lassen, als sie vor 20 Jahren in ihrer
       wellblechernen Eishockey-Arena in Hohenschönhausen trotzig
       „Ost-Ost-Ostberlin“ beschworen und Lieder sangen wie „Es kann nicht jedes
       Arschloch ein Ostberliner sein!“.
       
       Doch die Zeiten ändern sich: Seit Februar sind die – wie die Eisbären zur
       Anschutz Entertainment Group gehörenden – LA Kings für die sportlichen und
       wirtschaftlichen Geschicke der Berliner verantwortlich. Und der neue
       Aufsichtsratschef Luc Robitaille erklärte ziemlich unverblümt: Die
       Ergebnisse „der vergangenen Jahre in Berlin waren nicht auf dem
       Meisterschaftsniveau, das wir erwarten“. Letzteres immerhin dürften die
       Fans genauso sehen – der jüngste der insgesamt sieben DEL-Meistertitel ist
       mittlerweile fünf Jahre alt.
       
       Nun soll der Verein wieder Erfolge einspielen dank viel neuem Personal.
       Schon im Mai hatte Stéphane Richer den Posten des Sportdirektors
       übernommen. Während der letzten Saisonspiele hatte er dem Chefcoach Uwe
       Krupp assistiert, auch um die Spieler besser kennenlernen zu können. Wie
       gut ihm das gelungen ist, zeigen kurze Beurteilungen, in denen er nicht nur
       ihre sportlichen Leistungen analysiert, sondern auch auf ihr
       Sozialverhalten eingeht.
       
       Uwe Krupp bleibt weiterhin Chefcoach. Unterstützen wird ihn Clement Jodoin:
       Der 65-Jährige war zuvor unter anderem Assistenztrainer des kanadischen
       U20-Nationalteams. Neu ist, dass man bei den Eisbären mehr auf die
       Entwicklung junger Spieler setzen möchte. Dafür wird mit Stefan Ustorf ein
       ehemaliger Kapitän der deutschen Eishockeynationalmannschaft verantwortlich
       sein, der sechsmal mit den Eisbären Meister wurde. Ustorf soll in Europa
       und Nordamerika Talente scouten.
       
       Über den Sommer sei „eine gewisse Aufbruchstimmung entstanden“, sagt
       Vereinssprecher Daniel Goldstein. Sieben erfahrene Neuzugänge können die
       Eisbären verzeichnen, „das ist für unsere Verhältnisse relativ viel“.
       Gleich fünf sind Stürmer, nämlich Sean Backman (von den Ontario Reigns),
       Martin Buchwieser, Thomas Oppenheimer (beide SV Ingolstadt), Mark Olver
       (Tuscon) und James Shepard (Kloten/CH). Daniel Richmond (Mannheim) ist
       Offensiverteidiger und Blake Parlett (Tampere) gilt als Verteidiger mit
       gutem Passspiel.
       
       Die Vorfreude auf den Saisonbeginn wurde in dieser Woche allerdings von der
       Nachricht überschattet, dass Verteidiger Constantin Braun auf unbestimmte
       Zeit pausieren muss, weil er erneut an Depressionen leidet. Mehr möchte im
       Verein niemand sagen, es wird lediglich um Rücksicht gebeten. Als bei Braun
       zum ersten Mal Depressionen auftraten, war allgemein gelobt worden, dass
       die Eisbären ihrem Spieler die benötigte Zeit zugestanden, ohne dies groß
       zu erwähnen. Das hat wohl auch auf die Fans Einfluss gehabt, die nicht wie
       sonst oft üblich in Foren wild spekulieren, sondern lediglich
       Genesungswünsche für ihren „Tine“ posten.
       
       Ob die sieben neuen Spieler ausreichen, um die 52 Spiele der Saison ohne
       Personalsorgen zu überstehen? Auf der Pressekonferenz am Mittwoch erklärte
       Trainer Uwe Krupp, „dass wir eine Mannschaft haben, die sich wieder nach
       oben orientieren muss“. Nun sei er gespannt auf das erste Punktspiel gegen
       die Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg am Freitag. Der zweimalige deutsche
       Vizemeister war in der letzten Saison immerhin Dritter geworden, in den
       bisherigen 51 Begegnungen gewannen 26-mal die Eisbären und 25-mal die Ice
       Tigers.
       
       Eine Prognose für das kommende Spiel gab Sportdirektor Stephane Richter
       nicht ab, fand jedoch, dass es „vielleicht ganz gut“ sei, dass die Eisbären
       das letzte Saisonvorbereitungsspiel gegen die Lahti Pelicans verloren
       haben. Insgesamt klang das alles eher nach typischer Sporttiefstapelei – in
       Wirklichkeit dürfte man mit einer erfolgreichen Saison rechnen. Dafür
       spricht auch, dass die Mannschaft einem Kenner zufolge „äußerst motiviert“
       und „sehr optimistisch“ ist.
       
       8 Sep 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Elke Wittich
       
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