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       # taz.de -- Verschleppter Familiennachzug: Deutsche Regierung trennt Familien
       
       > Die Bundesregierung bremst die Einreise von Flüchtlingen aus
       > Griechenland, deren Angehörige hier leben. Betroffen sind viele Kinder.
       
   IMG Bild: Flüchtlinge protestieren in Athen vor der deutschen Botschaft
       
       Berlin taz | Die Bundesregierung verschleppt weiter die Zusammenführung von
       Flüchtlingen in Griechenland mit ihren Angehörigen in Deutschland. Während
       im März 2017 noch 494 Flüchtlinge aus Griechenland nach Deutschland
       überstellt wurden, sank diese Zahl auf 82 im Mai, 126 im Juni und 102 im
       Juli ab. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage
       der Linken hervor. Die Zusagen für die Überstellungen hatte die Regierung
       teilweise schon 2015 und 2016 gemacht.
       
       Für 2017 sind offiziell viel mehr geplant: 4.560 Flüchtlinge in
       Griechenland, deren Angehörige in Deutschland leben, hatte das Bundesamt
       für Migration und Flüchtlinge in diesem Jahr zugesichert, ihr Asylverfahren
       in Deutschland durchführen zu können. Gerade einmal 221 davon wurden laut
       der Regierungsantwort auf die Linken-Anfrage bisher überstellt – also
       weniger als fünf Prozent. Rund 3.000 der Wartenden sind Syrer, über die
       Hälfte Kinder und Jugendliche, etwa zehn Prozent davon Unbegleitete.
       Während die Bundesregierung von etwa 4.400 wartenden Menschen ausgeht,
       nimmt die Linke an, dass die Zahl wesentlich höher liegt, weil auch Zusagen
       aus dem Jahr 2016 nicht eingelöst worden seien.
       
       Im Mai war bekannt geworden, dass die Bundesregierung mit Griechenland eine
       [1][Deckelung des Familiennachzugs von Syrern] vereinbart hatte. Die
       Bundesregierung hatte dem widersprochen. Kurz darauf aber war ein Brief des
       griechischen Migrationsminister Ioannis Mouzalas an Bundesinnenminister
       Thomas de Maizière (CDU) geleakt worden. In dem meldete Mouzalas seinem
       deutschen Kollegen, dass die Familienzusammenführung nach Deutschland „wie
       vereinbart verlangsamt wird“. Betroffen seien über 2.000 Antragsteller.
       Diese müssten „teils Jahre darauf warten, nach Deutschland zu kommen“.
       
       „Es ist unerträglich, dass die Bundesregierung Familienangehörige unter
       meist unzumutbaren Bedingungen in Griechenland versauern lässt, obwohl
       diese einen Rechtsanspruch auf unverzügliche Familienzusammenführung
       haben“, sagte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke. Für die konkret
       Betroffenen sei die „Verweigerungshaltung der Bundesregierung eine
       Katastrophe“. Vor allem bei Kindern sei die Bundesregierung der
       „vorrangigen Beachtung des Kindeswohls international verpflichtet“.
       
       In einem offenen Brief an den UNHCR, die EU und die Bundesregierung haben
       27 NGOs aus Griechenland und Deutschland, darunter die Diakonie, nun
       gefordert, dass die Familien zusammengeführt werden. Die Absprachen
       zwischen der deutschen und griechischen Regierung stellen einen
       „schwerwiegenden Verstoß gegen das Recht von Flüchtlingen auf die Einheit
       der Familie“ dar, heißt es darin.
       
       27 Aug 2017
       
       ## LINKS
       
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