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       # taz.de -- AfD und Pegida wollten Auftritt stören: Maas bleibt locker
       
       > Hate Speech war genau sein Thema. Wie der Justizminister Heiko Maas bei
       > einem Vortrag in Dresden auf Krawall-Populisten trifft.
       
   IMG Bild: Der Vortrag des Ministers verlief ungestört, kontrovers und auf hohem Niveau
       
       Dresden taz | Ob es ihn beeindrucke, mit der Stasi in einen Topf geworfen
       zu werden? „Überhaupt nicht“, antwortet Bundesjustizminister Heiko Maas
       (SPD). In seiner Position sei man robuster als andere. Er fahre auch nicht
       mit gemischten Gefühlen nach Dresden oder Zwickau; das bediene nur genau
       jene Pöbler, die ihn am Montagabend vor der Dresdner Ballsporthalle mit
       „Hau ab!“-Rufen und „Das Maas ist voll“-Plakaten empfangen hatten. Drinnen,
       bei seinem Auftritt im Rahmen der Universitäts-Vorlesungsreihe „Struktur
       und Organisation der Massenmedien“, war Hate Speech genau Maas’Thema.
       
       Ihre Störung hatten AfD und Pegida in schönster Eintracht vorab
       angekündigt. Vor der Halle demonstrierten einige Hundert Protestler und
       ihre Redner vor allem ihre Unkenntnis demokratischer Grundregeln und des
       Mediensystems. Der Justizminister hat in diesen Dresdner Kreisen die
       Kanzlerin als Hassobjekt fast schon übertroffen. Sechs von ihnen hatten
       sich offiziell für die Veranstaltung angemeldet und stellten sich nach
       Maas’Vortrag mit Mundbinden „Stasi 2.0“ und einem Plakat „Maas = Stasi“
       wortlos auf. Zehn Minuten später folgten sie der Aufforderung, sich wieder
       zu setzen.
       
       Der Vortrag des Ministers über das vor zwei Wochen [1][verabschiedete
       Netzwerkdurchsetzungsgesetz] und die Fachdiskussion verliefen mit 600
       Teilnehmern ungestört, kontrovers und auf hohem Niveau.
       
       Zu keinerlei Kontroversen kam es bei einer anderen Veranstaltung, die
       gleichzeitig nur einen Kilometer entfernt stattfand. Raed Saleh, aus
       Palästina stammender SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, wollte
       bewusst vor einem Café an der Dresdner Frauenkirche sein Buch „Ich deutsch“
       mit eigenen Thesen zu einer Leitkultur vorstellen. Doch die
       bereitgestellten Häppchen blieben fast unberührt. Kaum jemand nahm Notiz.
       Dresden kennt eben keine Berliner. Saleh selbst fand es auch nicht so
       schlimm, dass ihm Parteifreund Maas das Publikum und vor allem die Gegner
       gestohlen hatte.
       
       18 Jul 2017
       
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