# taz.de -- Kolumne Geht's noch: Eine ganz normale Woche
> Seit einer Woche reden alle nur noch über G20. Dabei gehen wichtige
> Nachrichten unter. Was sonst noch so passiert ist.
IMG Bild: Immer nur G 20 – das darf doch nicht wahr sein!
Die Nachrichten und Debatten der letzten Tage, sie drehen sich allein um
[1][den G20-Gipfel in Hamburg]. Wer hat welchen Stein wann auf wen
geworfen? Und ist das wirklich noch links? Warum hat Donald Trump sich von
seiner Tochter vertreten lassen und nicht einfach ein Handtuch auf seinen
Platz gelegt? Stündlich neue Meldungen und Fragen, die aufgeworfen wurden.
Dabei hätten wir auch mal über folgende Nachrichten sprechen müssen, die
dabei untergegangen sind:
7. Juli: In Oranienburg griff ein 60 Jahre alter Mann mit einer Spaltaxt
Passanten an. Laut Polizeiangaben rief er dabei „Heil Hitler“. Die Polizei
setzte Reizgas gegen ihn ein und konnte ihn so überwältigen. Der
[2][rechtsextreme Oranienburger Marcel Zech mit der Nazitätowierung] kann
es jedoch nicht gewesen sein, der sitzt noch im Gefängnis. Sind Rechte in
Oranienburg also kein Einzelfall?
10. Juli: Auch in Dresden rechte Parolen und Gewalt. Ein libyscher
Geflüchteter wurde von zwei jungen Männern geschlagen und beschimpft.
Wieder kam es zu „Heil Hitler“-Rufen. Die Polizei ermittelt jetzt unter
anderem wegen gefährlicher Körperverletzung.
## Keine Einzelfälle
11. Juli: Zwei Autos wurden in Berlin-Neukölln angezündet, eines davon
gehört der SPD-Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt. Also alles wie in
Hamburg? Nicht ganz. [3][Die Angriffe reihen sich ein in die Anschlagserie]
auf Autos, Privatwohnungen und öffentliche Orte in Neukölln. Unter anderem
gehören auch ein linker Buchladen sowie das linke Cafékollektiv K-Fetisch
dazu. Gemeinsam haben die Opfer, dass sie sich starkmachen für Demokratie
und gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Ermittelt
wird nach dem aktuellen Vorfall gegen einen 27-Jährigen Neonazi.
12. Juli: Eine Aktion [4][„Defend Europa“ der Identitären Bewegung] hat
begonnen. Zuvor sammelten die Rechtsextremist*innen Geld, um ein Boot zu
kaufen, und sind mit diesem nun auf dem Weg zur libyschen Küste. Hört sich
bekannt an, nach privater Seenotrettung? Ja, aber genau das Gegenteil ist
der Fall. Die Rassist*innen aus Frankreich, Deutschland und Österreich
wollen humanitäre Organisationen daran hindern, Geflüchtete aus dem
Mittelmeer zu retten. Sie fürchten einen Fall ihrer „Festung Europa“ – und
forcieren, dass Menschen umkommen.
14 Jul 2017
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## AUTOREN
DIR Carolina Schwarz
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