URI:
       # taz.de -- Kommentar Akkreditierung bei G20: Völlig verrutschte Maßstäbe
       
       > Der Ausschluss von Journalisten stellt einen massiven Eingriff in die
       > Pressefreiheit dar. Eine Aufarbeitung der Fälle ist dringend
       > erforderlich.
       
   IMG Bild: Berichterstattung beim G20-Gipfel war manchmal gar nicht einfach
       
       Wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass [1][ausländische
       Geheimdienste Einfluss] darauf genommen haben, welche Journalisten das
       Pressezentrum beim G20-Gipfel betreten durften, wäre das ein absoluter
       Skandal. Bisher sprechen für diesen Verdacht nur Indizien; ob er jemals
       bewiesen oder glaubwürdig dementiert wird, ist offen. Doch auch, wenn er
       sich nicht bestätigen sollte, bleibt der Umgang mit der Presse bei diesem
       Gipfel skandalös.
       
       Dass eine große Zahl Journalisten, die bereits akkreditiert waren und damit
       den Sicherheitscheck des Bundeskriminalamts überstanden hatten,
       [2][nachträglich ausgeschlossen] wurden, stellt einen massiven Eingriff in
       die Pressefreiheit dar, der in jedem Fall gut erklärt werden müsste. Eine
       solche Erklärung haben bisher aber weder die Betroffenen noch die
       Öffentlichkeit bekommen.
       
       Dabei war schon nach ähnlichen Fällen beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007
       gerichtlich festgestellt worden, dass die Akkreditierung keine Gnade des
       Staates ist, sondern ein Anspruch von Journalisten, der nur in gut
       begründeten Fällen verwehrt werden darf.
       
       Völlig verrutscht sind die Maßstäbe im Umgang mit den Medien bei diesem
       Gipfel auch aufseiten der Polizei. Viele Pressevertreter wurden von Beamten
       massiv behindert und teilweise beleidigt, bedroht oder auch verletzt. Das
       bisweilen unübersichtliche Einsatzgeschehen oder die Übermüdung mancher
       Polizisten darf dabei nicht als Entschuldigung gelten. Das Grundgesetz
       schützt die Freiheit der Berichterstattung grundsätzlich – und nicht nur,
       wenn es der Polizei genehm ist.
       
       Die vielen Vorfälle legen den Verdacht nahe, dass ein hartes Vorgehen gegen
       die Medien von der Einsatzleitung gedeckt wurde. Dass selbst das
       Bundespresseamt den Eindruck erweckt, manche Journalisten seien ein
       Sicherheitsrisiko, dürfte sie in dieser Haltung bestärken. Eine genaue
       Aufarbeitung der Vorgänge in Hamburg ist auch aus diesem Grund dringend
       erforderlich.
       
       12 Jul 2017
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Entzug-der-Akkreditierung-bei-G20/!5426381
   DIR [2] /G20-Akkreditierung-entzogen/!5428032
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Malte Kreutzfeldt
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt Pressefreiheit
   DIR Akkreditierung
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Schwerpunkt G20 in Hamburg 
   DIR Medien
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Pressefreiheit beim G20-Gipfel: Zweifelhafte Begründungen
       
       32 Journalisten wurden vom G20-Gipfel nachträglich ausgeschlossen. Die
       Regierung behauptet, darunter seien Linksextreme und Reichsbürger. Beweise
       gibt es nicht.
       
   DIR Presseakkreditierung beim G20-Gipfel: Unter Beobachtung
       
       Das BKA wollte in Hamburg 28 Journalist_innen beaufsichtigen. Weil dies
       nicht möglich war, wurde die Akkreditierung entzogen.
       
   DIR Entzogene Akkreditierungen beim G20: Maas fordert Aufklärung
       
       Sie waren regulär akkreditiert, dann durften 32 Journalisten doch nicht
       berichten. Einige wurden offenbar jahrelang beobachtet, wie die „SZ“
       berichtet.
       
   DIR Vor Gipfel entzogene Akkreditierungen: Angriff auf Pressefreiheit bei G20
       
       Mehrere Journalisten standen im Visier türkischer Behörden. Laut Regierung
       nahmen ausländische Geheimdienste aber keinen Einfluss.
       
   DIR Sie wollte helfen: Zur Gafferin erklärt
       
       Miriam H. machte ein Selfie im G-20-Chaos, um ihre Schwester zu beruhigen
       und landete damit im Hamburger Abendblatt.
       
   DIR Entzug der Akkreditierung bei G20: Mögliche Einflussnahme der Türkei
       
       Die Kritik am Vorgehen gegen die Journalisten wächst. Mehrere Betroffene
       waren früher in der Türkei festgenommen worden.
       
   DIR Akkreditierungsentzug beim G20-Gipfel: Verbände fordern Aufklärung
       
       Die Regierung bestätigt, dass wegen Sicherheitsbedenken neun Personen die
       Presseakkreditierung entzogen wurde. Der DJV findet das bedenklich.
       
   DIR G20-Akkreditierung entzogen: Kein Zugang für linke Journalisten
       
       Nach den Ausschreitungen vom Donnerstag wird mehreren Journalisten die
       Presse-Akkreditierung zum G20 -Gipfel entzogen. Hauptsächlich von linken
       Medien.