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       # taz.de -- Familienpolitik der CDU/CSU: Die Revolution beginnt beim Hortplatz
       
       > Das alte Familienbild wankt, die Union ist bereit für Neues. Sie bietet:
       > Segnungen für alle – außer Hartz-IV-Familien und Alleinerziehende.
       
   IMG Bild: Kalte Küche statt warmes Mittagessen – in Zukunft auch bei CDU und CSU?
       
       Berlin taz | Egal, welche Partei ihr Programm für die Bundestagswahl
       vorstellt, beim Thema Familienpolitik überbieten sich die politischen
       Mitbewerber gegenseitig. Wo die SPD die Familienarbeitszeit, gebührenfreie
       Kita und Erleichterungen für einkommensschwache Familien verspricht, stellt
       die Union den höheren Steuerfreibetrag, das Baukindergeld und 25 Euro mehr
       Kindergeld in Aussicht. Außerdem den Rechtsanspruch auf einen Hortplatz.
       
       Gerade der letzte Punkt kommt einer kleinen Revolution gleich. CDU und CSU
       stehen bislang für das traditionelle Familienbild. Selbst in der
       modernisierten Fassung heißt dies: voll arbeitender Vater und Teilzeit
       arbeitende, hinzuverdienende Mutter. Irgendjemand muss schließlich den
       Kindern nach Schulschluss das „warme Mittagessen“ auf den Tisch des Hauses
       stellen.
       
       Das ist passé. In der alternden Gesellschaft ist selbst die konservative
       Regierungspartei bereit für Neues. Wo Arbeitskräfte gebraucht werden,
       müssen die Kinder gut versorgt sein. Mit dem Rechtsanspruch auf einen
       Hortplatz erkennt die CDU die Gegebenheiten an. Und nicht nur das. Mit
       ihrem Ziel, binnen sieben Jahren Vollbeschäftigung erreichen zu wollen,
       gibt sie schon mal die Richtung vor, in die der Arbeitsmarkt künftig geht.
       
       Überhaupt bemüht sich die Union, über Segnungen aller Art das soziale
       Profil zu schärfen. Der Kinderfreibetrag von 7.356 Euro soll in zwei
       Schritten auf den Grundfreibetrag von Erwachsenen angehoben werden. Derzeit
       sind das 8.820 Euro. Um nicht nur Gutverdiener zu erfreuen, soll das
       Kindergeld um 25 Euro erhöht werden. Aktuell beträgt es für das erste und
       das zweite Kind 192 Euro. Für das dritte Kind bekommen Eltern derzeit 198
       Euro, für das vierte und jedes weitere 223 Euro.
       
       Mit diesem Plan bleibt die Union dem Gießkannen-Prinzip treu. Segnungen für
       alle – aber nicht für Hartz-IV-Familien und Alleinerziehende, von denen
       bekanntlich überproportional viele auf soziale Hilfen angewiesen sind.
       
       Eine andere Versprechung ist das Baukindergeld. Für jedes im Haushalt
       wohnende Kind soll es zehn Jahre lang 1.200 Euro Förderung geben. Außerdem
       soll Familien beim Kauf eines Hauses die Grunderwerbsteuer erlassen werden.
       Die Länder werden sich schön bedanken – schließlich handelt es sich um
       Geld, das sie an die Kommunen weiterreichen könnten.
       
       3 Jul 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anja Maier
       
       ## TAGS
       
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