# taz.de -- Buzzfeed Deutschland setzt auf News: Schwerpunkt LGBT und Ausgrenzung
> „Buzzfeed“ bringt bereits seit Jahren Hintergründe und News. Nun will es
> auch in Deutschland eigene Themen setzen und vor allem: recherchieren.
IMG Bild: Daniel Drepper soll bei Buzzfeed „die richtige Balance“ zwischen Nachrichten und Recherchen finden
Noch verstecken sich die Nachrichten zwischen „19 erregenden Fotos, nach
denen jeder Landwirt sofort den Acker pflügt“, „22 Bildern, die besser nie
im Internet gelandet wären“ und „16 echt ekelhaften Dingen, die du als Kind
getan hast“ – aber sie sind schon da: Buzzfeed hat auch in Deutschland
seine News-Rubrik gestartet und erzählt dieser Tage etwa „Alles, was du
über das Leben von Helmut Kohl wissen musst“ oder „Die Polizei in Göttingen
spähte jahrelang vermeintliche Linksaktivisten aus“.
Diese Geschichten sind ein vorsichtiger Anfang, bald dürfte deutlich mehr
kommen, auch eigenes. Jedenfalls hat Buzzfeed erst Daniel Drepper von
Correctiv auf den Posten des Chefredakteurs gesetzt und ihm nun auch die
ersten beiden festen Reporter an die Seite gestellt: Juliane Löffler kommt
vom Freitag und Marcus Engert löst sich schon in den nächsten Tagen für
„Buzzfeed News“ in Berlin vom Leipziger Radio-Startup Detektor.FM, das er
mit aufgebaut hat.
Wohin die Reise bei Buzzfeed geht? Die Beteiligten schweigen sich auf
Anfrage aus. Engert erklärt nur, über Podcast-Aktivitäten sei mit ihm
bislang nicht gesprochen worden. Drepper wiederum setzt Interviewanfragen –
freundlich – auf Warteposition. Ein Sprecher aus der Europazentrale von
Buzzfeed zitiert ihn allerdings mit der Ansage, das neue deutsche Team
werde sich – Überraschung! – auf die Bundestagswahl konzentrieren und sich
– hier wird es interessant – der LGBT-Community widmen, die schließlich
„unterberichtet“ sei.
Nachwuchsjournalisten hat Drepper noch [1][etwas mehr erzählt] und kündigte
auf einer Tagung auch rassistische Diskriminierung und soziale
Ungerechtigkeit als Schwerpunkte seines neuen Teams an. Via Tweet
[2][wundert] sich Drepper dann auch, wie viele Obdachlose in einem Berliner
U-Bahnhof schlafen: „Was läuft falsch in der Obdachlosenversorgung?“
## In den USA schon weiter
In Dreppers [3][Stellenprofil] hat Buzzfeeds Europazentrale außerdem
notiert, sein Job sei es, „die richtige Balance zwischen der täglichen
Nachrichten-Agenda und detaillierten Recherchen“ zu finden und
„Berichterstattung auf die Nachrichten-Agenda zu setzen, denen Wettbewerber
folgen müssen“. Auch von „Investigation“ war bereits die Rede.
Mit Recherchen kennt sich Drepper bestens aus: Er hatte erst bei der WAZ
eine Investigativ-Redaktion mit aufgebaut und dabei etwa per
Informationsfreiheitsgesetz Unterlagen aus dem Aktenschrank von
Bundesinnenminister Thomas de Maizière befreit. Dann hat er als „Senior
Reporter“ das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv mit kreiert und sich
dort besonders intensiv mit desaströsen Bedingungen in der Pflege
beschäftigt.
In anderen Ländern liefert Buzzfeed bereits seit Jahren opulente
Recherchen, in den USA beispielsweise Hintergründe zu Donald Trump, der das
Portal daraufhin mit der Formulierung belohnte, es sei ein „gescheiterter
Haufen Müll“.
In Großbritannien hat Buzzfeed – zusammen mit der BBC – wiederum krude
Spendernetzwerke auffliegen lassen und sorgt dieser Tage mit Berichten über
mögliche russische Auftragsmorde auf der Insel für Unruhe. So eigenwillig
Buzzfeed auch sein mag: Das Portal setzt längst eigene Themen.
19 Jun 2017
## LINKS
DIR [1] http://mmbeta.de/aktuelles-essay-drepper/
DIR [2] https://twitter.com/danieldrepper/status/861145530281467904
DIR [3] /!5374563/
## AUTOREN
DIR Daniel Bouhs
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