# taz.de -- Mehr Geld für afrikanische Länder: Belohnung für „Reformchampions“
> Deutschland will Ghana, der Elfenbeinküste und Tunesien mehr
> Entwicklungshilfe zahlen. Dafür müssen sie aber auch etwas tun.
IMG Bild: Entwicklungsminister Gerd Müller verteilt Geld
Berlin taz | Ghana, die Elfenbeinküste und Tunesien bekommen künftig
zusätzliche Entwicklungshilfegelder aus Deutschland. Mit bis zu 300
Millionen Euro zusätzlich fördert das Bundesentwicklungsministerium nach
eigenen Angaben in diesem Jahr diese Staaten, die Ressortchef Gerd Müller
(CSU) als „Reformchampions“ bezeichnet.
Diese Vorzugsbehandlung bekommen die drei afrikanischen Länder, weil
Deutschland sogenannte Reformpartnerschaften mit ihnen eingeht. Sie sind
Teil der G-20-Initiative [1][„Compact with Africa“], die darauf abzielt,
bessere Bedingungen für private Investoren zu schaffen, und im Mittelpunkt
der bis Dienstag andauernden Afrika-G-20-Konferenz in Berlin steht. Neben
Ghana, der Elfenbeinküste und Tunesien sind Marokko, Ruanda, Senegal und
Äthiopien nun offizielle Compact-Länder.
Dafür müssen sie aber etwas tun: wirtschaftsfreundliche Reformen anstreben,
etwa öffentlich-private Partnerschaften fördern oder die Gesetze ändern, um
Investoren anzusprechen. Am Dienstag sollen die Staaten sich auf der
Konferenz vor Investoren feilbieten und ihre Pläne erläutern.
Diesen Fokus bemängeln sowohl Entwicklungsorganisationen als auch
Oppositionspolitiker. So kritisiert etwa Linken-Entwicklungsexperte Niema
Movassat die G-20-Afrikakonferenz scharf: Diese sei „brandgefährlich“, weil
es nur darum gehe, die Interessen reicher Staaten und ihrer Konzerne
abzusichern.
Dagegen hält die Entwicklungsorganisation One die Compact-Initiative zwar
für einen sinnvollen Ansatz. „Genau wie die Löwenstaaten müssen jedoch auch
die am wenigsten entwickelten Länder eingebunden werden“, sagt One-Direktor
Stephan Exo-Kreischer. Bisher nehmen vor allem Entwicklungsländer teil, die
nicht zu den Ärmsten gehören. Nur Ruanda und Senegal werden zu den am
wenigsten entwickelten Staaten der Welt gezählt.
Entwicklungsminister Müller sieht derweil Ägypten als potenziellen
Kandidaten für das Programm. Nach einem Gespräch mit dessen Präsidenten
Abdel Fattah al-Sisi sagte er am Montag, er sei optimistisch, dass Ägypten
in einigen Monaten dazustoßen könne. Dafür sei es aber notwendig, dass der
Staat bestimmte, auch menschenrechtliche Standards einzuhalten.
13 Jun 2017
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## AUTOREN
DIR Eva Oer
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