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       # taz.de -- Streit um Luftwaffenstützpunkt Incirlik: Gabriel setzt auf US-Hilfe
       
       > Zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten ist Außenminister Gabriel in
       > Washington. Kann die USA im Incirlik-Streit mit der Türkei etwas
       > ausrichten?
       
   IMG Bild: Die Bundesregierung erwägt erstmals den Abzug der rund 260 Soldaten in Incirlik
       
       Washington dpa | Bundesaußenminister Sigmar Gabriel setzt im Streit mit der
       Türkei über das Besuchsverbot für Parlamentarier auf dem
       Luftwaffenstützpunkt Incirlik auf die Hilfe der USA. Der SPD-Politiker bat
       US-Außenminister Rex Tillerson am Mittwochnachmittag (Ortszeit) bei einem
       Gespräch in Washington, auf den gemeinsamen Nato-Partner einzuwirken. „Ich
       glaube, dass die Amerikaner auch ihre Möglichkeiten nutzen werden, um mit
       der türkischen Seite darüber zu sprechen, dass wir ein anderes Verhältnis
       miteinander haben müssen als derzeit“, sagte er anschließend.
       
       [1][Die türkische Regierung hatte Mitgliedern des Verteidigungsausschusses
       diese Woche einen Besuch in Incirlik verweigert], weil zuvor türkischen
       Soldaten in Deutschland Asyl gewährt worden war. Ankara wirft den Soldaten
       vor, in den Putschversuch vom Juli 2016 involviert gewesen zu sein.
       
       Die Bundesregierung erwägt jetzt erstmals den Abzug der rund 260 Soldaten,
       die sich von Incirlik aus mit „Tornado“- Aufklärungsflugzeugen am Kampf
       gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) beteiligen. Der
       favorisierte Alternativ-Standort liegt in Jordanien. Außerdem sind im
       türkischen Konya Soldaten stationiert, die sich an den Aufklärungsflügen
       der Nato mit „Awacs“-Maschinen beteiligen.
       
       Nächste Woche findet ein Nato-Gipfel in Brüssel statt, bei dem es zu einem
       Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen
       Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kommen könnte.
       
       In dem Gespräch ging es auch um den Ukraine-Konflikt und den Syrien-Krieg.
       Kein Thema waren dagegen nach Angaben Gabriels die Berichte, nach denen
       US-Präsident Donald Trump sensible Informationen möglicherweise aus
       israelischen Geheimdienstquellen an Russland weitergegeben haben soll. Der
       deutsche Außenminister betonte aber, dass das keine Auswirkungen auf die
       Kooperation der Geheimdienste Deutschlands und der USA haben werde. Die
       enge Zusammenarbeit sei „absolut notwendig“ für die Sicherheit in
       Deutschland und Europa.
       
       Gabriel war bereits Anfang Februar wenige Tage nach seinem Amtsantritt in
       den USA. Am Donnerstag will er im Weißen Haus auch den Sicherheitsberater
       Trumps, Herbert Raymond McMaster, treffen. Anschließend reist er in die
       ehemalige Stahlmetropole Pittsburgh weiter, die als Beispiel für einen
       gelungenen Strukturwandel gilt. Am Abend geht es nach Mexiko.
       
       18 May 2017
       
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