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       # taz.de -- Ausstellungsempfehlung für Berlin: Im Dreieck aus Nähe und Distanz
       
       > Monika Jarecka zeigt Malerei im Raum und auf Leinwand in der galerie
       > weisser elefant. Die taz sprach mit der Künstlerin.
       
   IMG Bild: Monika Jarecka, „Zweimalzwei“, 2017, Ausstellungsansicht, galerie weisser elefant
       
       „Das Dreick ist die dramatischste Form, um von Eck zu Eck zu gehen“, sagt
       [1][Monika Jarecka] und führt diese Einsicht in der [2][galerie weisser
       elefant] gleich zwei Mal vor. Im großen Ausstellungsraum als Wandmalerei
       aus unzähligen, bunten Acrylstreifen. Aus der Nähe ein unruhiges
       Nebeneinander, so als würde jeder Streifen einfach die Wand ihrer Struktur
       folgend herunterlaufen. Je weiter man Abstand nimmt und aus dem Arrangement
       heraus zoomt, desto gradliniger wird das riesenhafte Dreieck.
       
       So befragt Jareckas Arbeit die illusionistischen Eigenschaften der Malerei.
       Denn das Auge setzt zusammen, was es zu sehen glaubt: Die Arbeit
       „Zweimalzwei“ erscheint als einzelnes zwei nebeneinander liegende Räume
       durchquerendes Dreieck, das durch den Wandvorsprung zwischen den Türrahmen
       verdeckt ist. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei schwarz grundierte
       Dreiecke aus Rigips, die als optische Täuschung angeordnet sind.
       
       Jareckas Acrylgemälde in der Größenordnung 250 x 190 cm wiederum
       fokussieren den Farbauftrag auf Leinwand und machen über die Titel („Indigo
       – Groenblauw / Titanweiss / Paynes Grey – Phtalo Blue Red Shade“, 2017) die
       Farbtöne und die Reihenfolge ihrer Verwendung nachvollziehbar. Auf- und
       Abtrag legen Zwischenschichten frei und lassen andere verschwinden. Auch
       hier sucht der Blick – auch auf den Außenrändern des Bildträgers – sofort
       nach assoziativen Formen.
       
       ## Einblick (674): Monika Jarecka, Malerin
       
       taz: Welche Ausstellung in Berlin hat dich zuletzt an- oder auch aufgeregt?
       Und warum? 
       
       Monika Jarecka: Beeindruckt hat mich im April Amy Feldman bei BlainSouthern
       – durch die Stilisierung der Linie, die gleichzeitige Referenz an
       Comiczeichnung und Pop Art und ihre melancholisch anmutende Verwendung von
       flachen Kontrasten. Toll fand ich außerdem die aktuelle Ausstellung von
       Charline von Heyl bei Capitain Petzel.
       
       Welches Konzert oder welchen Klub kannst du empfehlen? 
       
       Im Sommer 2016 am Wannsee erlebte ich ein super Konzert mit „Fön“, einer
       aus Schriftstellern bestehenden Band. Komisch und melancholisch zugleich.
       Einmalig war dabei auch die sich verändernde Kulisse: vorbeiziehende Boote
       an einem lauen sommerlichen Sonnenuntergang. Spielten Klubs früher eine
       ziemlich wichtige Rolle in meinem Leben, so sind jene nur noch in meiner
       Erinnerung oder in Fotobänden über verschwundene Orte in Berlin zu finden.
       
       Welches Magazin und welches Buch begleitet dich zurzeit durch den Alltag? 
       
       Freitagmorgens vergesse ich öfter die Zeit während der Lektüre des
       Süddeutsche Magazins. „Texte zur Kunst“ ist immer dabei. Gut erzählt fand
       ich dieses Jahr das Buch „Geister“ von Nathan Hill. Ein älteres Buch, das
       mich berührt und gefesselt hat war „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck.
       Interessant war für mich die Beobachtung eines Ortes, der sich mit der Zeit
       verwandelt und von den dort jeweils wohnenden Menschen ausgefüllt wird.
       
       Was ist dein nächstes Projekt? 
       
       Die Teilnahme an der Ausstellung „Zeig Dich!“ in der Zwinglikirche in
       Friedrichshain, die im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Berlin
       stattfinden wird (25. bis 27. 5., Rudolfstr. 14,). Dort wird Malerei
       entstehen, unter dem Eindruck eines eingespielten Klangs von „white noise“,
       einer Klangkulisse aus sphärischen Tönen, die beruhigend auf Menschen
       wirken soll.
       
       Welcher Gegenstand/welches Ereignis des Alltags macht dir am meisten
       Freude? 
       
       Die leider nur dreiwöchige Blüte einer Allee japanischer Kirschbäume in
       meiner Straße. Schönheit von kurzer Dauer: kostbar!
       
       Dieser Text erscheint im taz.plan. Mehr Kultur für Berlin und Brandenburg
       immer donnerstags in der Printausgabe der taz.
       
       23 May 2017
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.monikajarecka.de/
   DIR [2] http://www.galerieweisserelefant.de/?page_id=1250
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Noemi Molitor
       
       ## TAGS
       
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