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       # taz.de -- Vor der Landtagswahl in NRW: Panik bei den Grünen
       
       > Ein Lagerwahlkampf gegen CDU und FDP soll die Ökopartei am Rhein über
       > fünf Prozent bringen. Es geht um ihre parlamentarische Existenz.
       
   IMG Bild: Suchen nach einem Weg aus dem Tief: Grünen-Politiker Lehmann, Löhmann und Remmel
       
       Bochum taz | Angesichts miserabler Umfragewerte setzen Nordrhein-Westfalens
       Grüne gut zwei Wochen vor der Landtagswahl plötzlich auf einen
       Lagerwahlkampf. Bei einem improvisierten Pressestatement im Anschluss an
       die letzte Fraktionssitzung dieser Legislatur haben grüne PolitikerInnen
       wie Vizeministerpräsidentin Sylvia Löhrmann und Umweltminister Johannes
       Remmel eine Zusammenarbeit mit CDU und FDP kategorisch ausgeschlossen.
       
       „Wir wollen nicht mit ihm in eine Regierung“, sagte Löhrmann mit Blick auf
       CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet. Die „marktradikale FDP“ mit ihrem
       Vorsitzenden Christian Lindner sei ebenfalls kein Partner: „Er oder wir“ –
       darum gehe es bei der Wahl am 14. Mai, warnte Remmel.
       
       Formell beschlossen werden soll die Absage an eine Jamaika-Koalition auf
       einem kleinen Parteitag am 7. Mai in Bochum – die NRW-Grünen wollen mit
       ihrer Fixierung auf das linke Lager nicht weniger als ihre parlamentarische
       Existenz sichern. Umfragen sehen die Partei bei miserablen sechs Prozent.
       Die grüne Spitzenkandidatin Löhrmann macht dafür „den Bundestrend“ und den
       Hype um SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verantwortlich.
       
       Nicht erklären kann sie, warum die Grünen in Schleswig-Holstein stabil
       zweistellige Werte vorweisen: Dort wird bereits am 7. Mai ein neuer Landtag
       gewählt. In NRW dagegen dürfte Löhrmann selbst zur desolaten Lage
       beigetragen haben: In Düsseldorf amtiert sie als Schulministerin der noch
       rot-grünen Landesregierung – und wird von vielen Eltern für steigenden
       Unterrichtsausfall ebenso verantwortlich gemacht wie für fehlendes Geld und
       Personal bei der Inklusion.
       
       Die Rettung soll jetzt eine Zweitstimmenkampagne zulasten der
       Sozialdemokraten bringen. Wähler, „die zwischen SPD und Grünen schwanken“,
       müssten wissen, dass SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch mit
       Laschet oder Lindner weiterregieren werde, warnt Löhrmann. In Zeiten, in
       denen ihre Grünen noch zweistellig punkten konnten, hatte sich die
       Spitzenkandidatin dagegen immer wieder gegen jede „Ausschließeritis“
       gewandt – und sich so Koalitionen mit Christdemokraten und FDP
       offengehalten.
       
       27 Apr 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Wyputta
       
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