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       # taz.de -- Ein Sack über dem Kopf: Hamburg rüstet nach
       
       > Nach Bremen und Niedersachsen sollen nun auch in Hamburg
       > Spuckschutzhauben Polizisten davor schützen, bespuckt zu werden.
       
   IMG Bild: Die Bremer Polizei darf solche Hauben schon länger aufsetzen
       
       HAMBURG taz | Hamburg zieht nach: Nach Bremen und Niedersachsen werden
       Streifenpolizisten nun auch hier standardmäßig mit sogenannten
       Spuckschutzhauben ausgerüstet, damit sich die Beamten besser vor Beiß- und
       Spuckattacken schützen können. Das teilte die Hamburger Polizei via
       Facebook mit. „Zum Schutz vor fremdem Speichel haben wir deshalb nun ein
       neues Einsatzmittel“, heißt es.
       
       „In Zukunft setzen wir, wenn aufgrund konkreter Umstände ein Spuckangriff
       zu erwarten ist, festgenommenen Personen unsere Spuckschutzhaube auf.“ So
       könnten die Personen weiter atmen und sehen, der Speichel bleibe aber in
       der Innenseite der Haube. 3.000 Stück sind für Hamburgs Peterwagen
       bestellt.
       
       Viele Polizisten – auch in Hamburg – beklagen, dass die Respektlosigkeit
       und die Renitenz der Bevölkerung gegenüber Streifenwagen-Besatzungen
       zunehmen. Spuckattacken finden eingesetzte Polizisten besonders „demütigend
       und eklig“. Dazu kommt es meist dann, wenn Festgenommene in Handschellen
       gefesselt sind und nicht mehr anders opponieren können. Die gesundheitliche
       Risiken für Polizisten, sich durch die Speichelattacke ernsthaft an
       Krankheiten wie Hepatitis oder HIV zu infizieren, sind allerdings laut
       Robert-Koch-Institut sehr gering.
       
       Daher ist der Haubeneinsatz umstritten: Einerseits stellt die Maßnahme den
       ohnehin schon in Handschellen Festgenommenen zusätzlich an den öffentlichen
       Pranger und sorgt sicherlich nicht für mehr Respekt. Im Gegenteil, sie löst
       eine weitere Eskalationsstufe und Aggressionen aus, weil sich die Personen
       in der Regel gegen das überstülpen massiv wehren und zu Tritten provoziert
       werden. Und sie muss auf einer Rechtsgrundlage stehen. „Der Gebrauch einer
       Haube unterliegt natürlich rechtlichen Regelungen und muss dokumentiert
       werden“, so die Hamburger Polizei.
       
       Vorreiter für dieses Einsatzmittel ist Bremen. Hier wird die
       Spuckschutzhaube schon seit 2015 eingesetzt und wurde seither 101-mal
       eingesetzt. Das Modell vom Typ „Pol-i-Veil weiß“ ähnelt einer
       durchsichtigen Plastiktüte und ist aus dünner Baumwolle.
       
       In Niedersachsen ist die Polizei seit 2015 mit Schutzmasken aus der
       Notfallmedizin ausgestattet, die den Delinquenten in begründeten Fällen
       angelegt werden, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der
       Vorstellung. Hauben wie bei der Bremer Polizei, die Festgesetzten komplett
       über den Kopf gestülpt werden, wolle man nicht einsetzen, weil die
       Betroffenen damit unnötig zur Schau gestellt würden, meint Pistorius.
       
       18 Apr 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Kai von Appen
       
       ## TAGS
       
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