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       # taz.de -- Kommentar Mafia-Berichterstattung: Ein sicheres Land
       
       > Wer das Thema Mafia in die hiesige Öffentlichkeit bringen will, muss viel
       > ertragen: Ignoranz, Drohungen, Anwaltskosten und Isolation.
       
   IMG Bild: Massaker in Duisburg 2007. Wer in Deutschland offen über die Mafia sprechen will, muss viel ertragen
       
       Die gute Nachricht zuerst: Wer sich in Deutschland mit dem Vorwurf der
       Mafiazugehörigkeit konfrontiert sieht, hat beste Chancen, seinen guten Ruf
       wiederherzustellen und noch ein bisschen Taschengeld zu verdienen.
       
       Das Oberlandesgericht Dresden hat im Fall der [1][MDR-Dokumentation „Die
       Provinz der Bosse – Mafia in Mitteldeutschland“] ein Urteil zugunsten des
       Persönlichkeitsschutzes des klagenden italienischen Gastronomen gefällt,
       das wie der MDR selbst sagt, „[2][wenig Angriffspunkte]“ bietet,
       
       Wenig spricht dafür, dass ein in derselben Angelegenheit derzeit am
       Landgericht in Erfurt laufendes Verfahren wegen Schmerzensgeld und
       Schadenersatz einen für den beklagten MDR günstigeren Ausgang nehmen wird.
       Auch die renommierte Journalistin Petra Reski war vor Gericht nicht
       erfolgreich und auch hier ist offen, welchen Fortgang die Sache noch nehmen
       wird.
       
       Die schlechte Nachricht: Auch im zehnten Jahr nach dem Massaker der
       italienischen Mafiaorganisation’Ndrangheta 2007 in Duisburg muss, wer das
       Thema in die hiesige Öffentlichkeit bringen will, eine ganze Menge
       mitmachen: nicht nur Ignoranz, Bedrohungen und Anwaltskosten, sondern vor
       allem das Gefühl der Isolation.
       
       Man kann darüber streiten, ob es zulässig und ob es klug war, den Namen des
       Klägers im MDR-Prozess zu nennen, wie es Petra Reski in ihrem Artikel für
       den Freitag getan hat. Allerdings wird die Problematik ja auch der
       betreuenden RedakteurIn bewusst gewesen sein. Und selbst wenn es ihr nicht
       bewusst war, sollte ein Herausgeber auch dafür die Verantwortung übernehmen
       und diese nicht der Autorin allein zuschanzen, wie es Jakob Augstein mit
       seinem flapsigen „Redaktionen sind keine Rechtsschutzversicherungen“ tut.
       
       2 Apr 2017
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Filmemacher-ueber-Mafia-Strukturen/!5351817
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       ## AUTOREN
       
   DIR Ambros Waibel
       
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