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       # taz.de -- Aus der EU abgeschobene Asylbewerber: Mali lehnt Rückführungen ab
       
       > EU-Staaten versuchen, abgelehnte Asylbewerber auch ohne gültige Papiere
       > abzuschieben. Mali hat nun zwei Menschen direkt zurück nach Frankreich
       > geschickt.
       
   IMG Bild: Bessere Zeiten: französisch-malisches Gipfeltreffen in Paris im Oktober
       
       Bamako/Frankfurt a.M. epd | Mali hat die Abschiebung zweier abgelehnter
       Asylbewerber verhindert. Die beiden Personen wurden im gleichen Flugzeug
       nach Europa zurückgeschickt, in dem sie aus Frankreich in die Hauptstadt
       Bamako geflogen waren, wie der britische Sender BBC am Freitag berichtete.
       
       Die französischen Behörden hätten die Abschiebung trotz fehlender Dokumente
       veranlasst, hieß es in einer Erklärung der malischen Regierung vom
       Donnerstag. Die beiden Asylbewerber hätten lediglich einen europäischen
       Passierschein, nicht aber gültige Identitätsdokumente bei sich gehabt.
       Damit sei nicht eindeutig geklärt, dass sie tatsächlich Malier seien.
       
       Mali ist sowohl Herkunftsland als auch eines der wichtigsten Transitländer
       für Flüchtlinge aus Afrika. Die EU hat mit mehreren afrikanischen Ländern,
       darunter auch Mali, sogenannte Migrationspartnerschaften abgeschlossen.
       Damit sollen Abschiebungen vereinfacht und Migranten an der Flucht nach
       Europa gehindert werden. Für Abschiebungen in die Herkunftsländer ist die
       Zustimmung der lokalen Behörden notwendig, die oftmals auch die
       Reisedokumente für die Flüchtlinge ausstellen müssen. Die französischen
       Behörden hätten die Ausstellung dieser Papiere jedoch nicht abgewartet,
       kritisierte die malische Regierung. Die europäischen Passierscheine
       verstießen gegen internationale Vereinbarungen.
       
       Die Migrationspartnerschaften, die bisher zwischen der EU und dem Niger,
       Mali, Nigeria, Äthiopien und dem Senegal bestehen, werden immer wieder
       kritisiert. Menschenrechtler befürchten, dass damit afrikanische Länder zu
       „Türstehern“ Europas gemacht werden sollen. Nach Darstellung von Kritikern
       droht die EU mit Entzug von Entwicklungshilfe, wenn die afrikanischen
       Staaten Migranten nicht von Europa fernhalten.
       
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       30 Dec 2016
       
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