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       # taz.de -- Militärkooperation mit Saudi-Arabien: Bundeswehr soll Offiziere schulen
       
       > Von der Leyen muss in Saudi-Arabien taktieren: Das Land ist wichtiger
       > Partner im Anti-IS-Kampf. Trotzdem ist eine militärische Kooperation
       > heikel.
       
   IMG Bild: Partner im Kampf gegen den IS – aber wie verlässlich ist der saudische König Salman bin Abulaziz?
       
       Berlin/Riad dpa | Einzelne Offiziere der saudi-arabischen Armee sollen
       künftig in Deutschland ausgebildet werden. Ein entsprechendes Abkommen soll
       in wenigen Wochen unterzeichnet werden, hieß es am Mittwoch aus dem
       Bundesverteidigungsministerium.
       
       Die militärische Kooperation mit dem [1][streng islamischen Königreich]
       soll am Donnerstag auch Thema politischer Gespräche von
       Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Riad sein. Die
       CDU-Politikerin brach am Mittwochnachmittag zu ihrem ersten Besuch in dem
       autoritär regierten Wüstenstaat auf.
       
       Berlin hatte Saudi-Arabien bereits 2015 die Weiterbildung von Offizieren in
       Deutschland angeboten. In dem geplanten Abkommen soll es um Schulungen für
       drei bis fünf Angehörige der saudischen Streitkräfte pro Jahr gehen.
       
       Die Bundeswehr soll im Gegenzug einen Verbindungsoffizier in das
       Hauptquartier der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz schicken.
       Möglicherweise wird der Militärattaché in der deutschen Botschaft in Riad
       diese Aufgabe in Personalunion übernehmen. Saudi-Arabien [2][ist Partner
       Deutschlands] in der internationalen Allianz gegen die Terrororganisation
       Islamischer Staat.
       
       ## Außen- wie innenpolitisch ist Saudi-Arabien nicht verlässlich
       
       [3][Umstritten] ist die Rolle der mit dem Iran konkurrierenden
       Regionalmacht im Jemen-Krieg. Seit 2015 fliegen saudische Jets Luftangriffe
       gegen die Huthi-Rebellen, bei denen immer wieder auch viele Zivilisten
       getötet werden.
       
       Von der Leyen will in Riad unter anderen Kronprinz Mohammed bin Najif
       al-Saud treffen, aber auch mit Unternehmern über die saudische Reformagenda
       „Vision 2030“ sprechen. Zudem steht ein Treffen mit saudischen Frauen auf
       ihrem Programm. Die Rechte von Frauen sind in Saudi-Arabien stark
       eingeschränkt. Ihnen ist beispielsweise verboten, selbst Auto zu fahren.
       
       Von der Leyen dürfte auch auf das Thema Rüstungsexporte angesprochen
       werden. Die restriktive Ausfuhrpolitik von Wirtschaftsminister Sigmar
       Gabriel (SPD) setzt Lieferungen deutscher Rüstungsgüter in das Land mit den
       dritthöchsten Militärausgaben weltweit enge Grenzen.
       
       So liegt derzeit zum Ärger der Saudis die Lieferung von Bauteilen für eine
       Gewehrfabrik auf Eis. Auch die bereits geplante Lieferung von 48
       Patrouillenbooten gilt inzwischen wieder als unsicher.
       
       8 Dec 2016
       
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