# taz.de -- Razzia bei Kameradschaft in Sachsen: Sechs Neonazis verhaftet
> Die sächsische Polizei hat 18 Wohnungen durchsucht. Sie ermittelt gegen
> Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ wegen Bildung einer
> kriminellen Vereinigung.
IMG Bild: Immer wieder wurden in Sachsen Asylunterkünfte angegriffen – wie hier in Bautzen im Februar 2016
Dresden afp | Die Polizei in Sachsen ist mit einer großangelegten
Durchsuchungsaktion gegen Neonazis vorgegangen. Insgesamt 18 Wohnungen und
ein weiteres Objekt im Raum Dresden und Heidenau seien am Mittwoch
durchsucht worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden mitteilte.
Gegen sechs Mitglieder der „Freien Kameradschaft Dresden“ wurden
Haftbefehle erlassen. Es bestehe der Verdacht der Bildung einer kriminellen
Vereinigung.
Bereits seit Juni 2015 laufen demnach Ermittlungen gegen die „Freie
Kameradschaft Dresden“. Die Gruppe steht im Verdacht, 14 Straftaten
begangen zu haben, darunter die Beteiligung an der Herbeiführung einer
Sprengstoffexplosion, versuchte Brandstiftung, Landfriedensbruch im
besonders schwerem Fall, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.
Den Rechtsextremen werden zudem Straftaten gegen Asylunterkünfte in
Freital, Heidenau und Dresden und Angriffe gegen Flüchtlinge und politische
Gegner angelastet, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
Der Gruppe gehören demnach 15 Männer sowie zwei Frauen im Alter zwischen 16
und 30 Jahren an. Die sechs festgenommenen Beschuldigten sollten im Laufe
des Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.
Das für extremistische Straftaten zuständige Operative Abwehrzentrum der
sächsischen Polizei (OAZ) wurde bei den Durchsuchungen von Polizeibeamten
aus Leipzig und Dresden, des Landeskriminalamts (LKA) und der
Bereitschaftspolizei unterstützt. In Sachsen war es in den vergangenen
Monaten [1][immer wieder zu Angriffen] auf Flüchtlinge, Asylunterkünfte und
Politiker gekommen.
30 Nov 2016
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