URI:
       # taz.de -- Friedensprozess in Kolumbien: Vertrag ohne erneute Abstimmung
       
       > Kolumbien Präsident Santos kündigt an, der modifizierte Friedensvertrag
       > solle schon am Donnerstag unterzeichnet werden. Die Opposition übt
       > Kritik.
       
   IMG Bild: Will den Friedensprozess endgültig zum Abschluss bringen: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos
       
       Bogota rtr | In Kolumbien soll [1][nicht einmal zwei Monate nach dem
       gescheiterten Referendum] über den Friedensvertrag zwischen der Regierung
       und den linken Farc-Rebellen ein neuer Pakt besiegelt werden. Kolumbiens
       Präsident Juan Manuel Santos erklärte am Dienstag, das neue Abkommen solle
       am Donnerstag unterzeichnet und dann dem Kongress vorgelegt werden. Eine
       Volksabstimmung werde es aber nicht geben.
       
       Mit dem Pakt soll nach mehr als 50 Jahren blutiger Kämpfe mit 220.000 Toten
       und Millionen Vertriebenen der längste Konflikt in der Geschichte
       Lateinamerikas enden. Für seinen Einsatz dafür wird Santos 2016 mit dem
       Friedensnobelpreis geehrt.
       
       Einen ersten Friedensvertrag hatten die Kolumbianer Anfang Oktober in einem
       Referendum überraschend [2][mit knapper Mehrheit abgelehnt]. Regierung und
       Rebellen verständigten sich daraufhin auf einen neuen Pakt, der aber keine
       gravierenden Änderungen zum ersten Vertrag beinhaltet. Die Gegner des
       Vorhabens, allen voran Ex-Präsident Alvaro Uribe, haben dies kritisiert.
       Santos hat indes erklärt, ein neues Referendum könne das Volk spalten und
       den Waffenstillstand mit der Farc gefährden.
       
       Einige umstrittene Passagen aus dem ersten Vertrag wurden nicht geändert.
       So wurde der marxistischen Farc bis 2026 zehn Mandate im Kongress
       zugesichert. Zudem darf sie bei Wahlen antreten. Allerdings soll die
       Vereinbarung nicht in die kolumbianische Verfassung aufgenommen werden.
       Zudem muss die Farc ihre Mittel offenlegen, die dann zur Entschädigung von
       Opfern eingesetzt werden sollen.
       
       Uribe hatte unter anderem eine Bestrafung jener Farc-Mitglieder gefordert,
       die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Außerdem sollten sie von
       Wahlämtern ausgeschlossen werden. Santos hatte dem entgegnet,
       Friedensabkommen weltweit würden vorsehen, dass Rebellen ihre Waffen
       niederlegten und sich politisch engagierten. Die Vereinbarung mit der Farc
       dürfe da keine Ausnahme bilden.
       
       23 Nov 2016
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /!5353839
   DIR [2] /Volksabstimmung-in-Kolumbien/!5345183/
       
       ## TAGS
       
   DIR Juan Manuel Santos
   DIR Farc
   DIR Kolumbien
   DIR Friedensvertrag
   DIR Alvaro Uribe
   DIR Paramilitärs
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
   DIR Kolumbien
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Friedensvertrag mit Farc-Rebellen: Kolumbiens „D-Day“
       
       In Kolumbien beginnt bald die „Waffenabgabe“. Doch viele sehen den Frieden
       mit den „Revolutionären Streitkräften“ kritisch.
       
   DIR Abkommen in Kolumbien: Frieden mit den Farc-Rebellen
       
       Mehr als 50 Jahre dauerte der Bürgerkrieg in Kolumbien, eine erste Version
       des Friedensvertrags fiel zuletzt durch. Jetzt stimmte auch der Kongress
       zu.
       
   DIR Ende des Bürgerkriegs in Kolumbien: Frieden, zweiter Anlauf
       
       Der Frieden mit der Farc in Kolumbien scheiterte an einer Volksabstimmung.
       Nun gibt es einen neuen Vertrag. Ist der Krieg vorbei?
       
   DIR Kommentar Friedensvertrag in Kolumbien: Die Macht des faktischen Friedens
       
       Regierung und Farc unterzeichnen am Donnerstag das hart umkämpfte
       Friedensabkommen. Nun muss die Umsetzung klappen.
       
   DIR Streit um Friedensvertrag in Kolumbien: Opposition fordert Neuwahlen
       
       Am Donnerstag soll der Vertrag mit der FARC unterzeichnet werden. Die
       rechte Opposition protestiert und erklärt den Dialog mit der Regierung für
       beendet.
       
   DIR Farc-Rebellen in Kolumbien: Einigung auf neuen Friedensvertrag
       
       Zweiter Anlauf: Nach dem gescheiterten Referendum über das Abkommen
       zwischen Regierung und Farc versuchen beide erneut, eine Einigung zu
       finden.
       
   DIR Volksabstimmung in Kolumbien: Zurück an den Tisch
       
       Nach dem „Nein“ der Kolumbianer laufen die Vorbereitungen für
       Nachverhandlungen mit den Farc. Die Opposition wird miteinbezogen.
       
   DIR Kolumbien vor dem Referendum: Frieden oder Krieg
       
       Zum Frieden in Kolumbien fehlt noch das Ja der Bevölkerung. Unterwegs in
       einem Land, das vom Krieg geprägt ist.
       
   DIR Friedensvertrag in Kolumbien: Angst vor den Paramilitärs
       
       Was erwarten KämpferInnen vom Frieden zwischen Farc und Regierung? Die taz
       sprach mit Gueriller@s auf einer Konferenz im Dschungel.
       
   DIR Farc einstimmig für Frieden in Kolumbien: „Der Krieg ist vorbei“
       
       Das historische Friedensabkommen in Kolumbien soll Montag unterzeichnet
       werden. Regierung und Guerilla stimmten zu, im Oktober folgt ein
       Referendum.