URI:
       # taz.de -- Homo-Ehe in Mexiko: Protest gegen landesweite Einführung
       
       > Tausende demonstrieren gegen eine geplante Reform der Verfassung, mit der
       > Präsident Peña Nieto die Homo-Ehe legalisieren will. Auch Befürworter
       > gehen auf die Straße.
       
   IMG Bild: Engel mit Mission: Wenn es nach ihr geht, sollen Homosexuelle nicht heiraten dürfen
       
       Mexiko-Stadt afp | Tausende Mexikaner haben in der Hauptstadt des Landes
       gegen die landesweite Einführung der Homo-Ehe protestiert. Nach Angaben der
       Behörden gingen in Mexiko-Stadt am Samstag bis zu 20.000 Menschen auf die
       Straße, die Organisatoren sprachen von 150.000 Teilnehmern. Zu dem
       Protestmarsch hatte die Nationale Front für die Familie aufgerufen, ein
       Zusammenschluss konservativer religiöser Gruppen. Es war bereits der zweite
       im September.
       
       Viele Demonstranten waren in weiß gekleidet und hielten religiöse Bildnisse
       und Schilder in den Händen, auf denen Maria und Josef mit dem gerade
       geborenen Jesus zu sehen waren. „Ich denke, die Regierung will uns daran
       hindern, unsere Kinder so aufzuziehen, wie wir das wollen“, beklagte die
       38-jährige Hausfrau Miriam Garrido.
       
       Ein Sprecher der nationalen christlichen Union für die Familie sagte, ein
       Kind brauche als Eltern „Mann und Frau“, um beschützt zu sein. Die
       Demonstranten wehren sich auch gegen ein Adoptionsrecht für
       gleichgeschlechtliche Paare sowie dagegen, dass Homosexualität und
       Transsexualität in den Schulen als Themen behandelt werden.
       
       Mehrere hundert Befürworter der Homo-Ehe fanden sich zu einer
       Gegendemonstration in Mexiko-Stadt ein. Die Polizei trennte die
       Protestveranstaltungen strikt voneinander. „Wir glauben, dass die Menschen
       dort drüben da sind, weil sie nicht richtig informiert sind“, sagte der
       Demonstrant Orlando Suárez.
       
       Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto hatte im Mai angekündigt,
       dass er Mexikos Verfassung reformieren wolle, damit die Homo-Ehe landesweit
       eingeführt werden kann. Bislang ist sie nur in einigen Gegenden des Landes
       möglich. Damit reagierte der Staatschef auf ein Urteil des Obersten
       Gerichtshofs, der im Juni 2015 ein Verbot der Homo-Ehe durch einzelne
       Bundesstaaten untersagt hatte.
       
       25 Sep 2016
       
       ## TAGS
       
   DIR Familie
   DIR Schwerpunkt Gender und Sexualitäten
   DIR Mexiko
   DIR Demonstrationen
   DIR Homo-Ehe
   DIR Peru
   DIR Amazon
   DIR Mexiko
   DIR Homosexualität im Profisport
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Homosexuellen-Rechte in Peru: Ein Teilsieg für die Ehe für alle
       
       In Peru sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften bislang nicht erlaubt.
       Ein Gericht ordnete nun jedoch an, die Ehe eines homosexuellen Paares
       anzuerkennen.
       
   DIR Queere Streaming-App „Revry“: Nicht nur weiß und straight
       
       Eine neue Streaming-App für queere Filme, Dokus und Serien soll Diversität
       fördern. Damit richtet sich „Revry“ an bisher übersehene Konsumenten.
       
   DIR Mexiko nach Trump-Besuch: Donald kam, der Finanzminister geht
       
       Das Treffen zwischen Donald Trump und Präsident Peña Nieto hat in Mexiko
       für große Empörung gesorgt. Luis Videgaray soll es eingefädelt haben. Jetzt
       tritt er zurück.
       
   DIR Rugby beim Berliner Bash About: „Lächerlich viel Glück“
       
       In Berlin kommen 120 größtenteils homosexuelle Rugbyspieler_innen zusammen.
       Sie kämpfen gegen die Benachteiligung von Homosexuellen.