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       # taz.de -- Isolationshaft von PKK-Chef: Öcalan darf Besucher empfangen
       
       > Seit Monaten ist PKK-Chef Öcalan von der Außenwelt abgeschnitten,
       > Aktivisten traten deswegen in den Hungerstreik. Vor dem Opferfest lenken
       > die Behörden ein.
       
   IMG Bild: Wir wollen ja nicht von einem Personenkult sprechen, aber, naja: die Hungerstreikenden Öcalan-Anhänger am 5. September
       
       Istanbul dpa | Nach langer Isolation darf der auf der türkischen
       Gefängnisinsel Imrali inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen
       Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, wieder einen Besucher empfangen.
       Anlässlich des am Montag beginnenden muslimischen Opferfestes hätten die
       Behörden Öcalans Bruder Mehmet Öcalan eine Besuchserlaubnis erteilt,
       meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Datum und
       Uhrzeit des Besuches würden geheimgehalten.
       
       Zuletzt war eine Delegation des Komitees zur Verhinderung von Folter des
       Europarates im April auf Imrali, um die Bedingungen der insgesamt nur vier
       Häftlinge dort zu überprüfen. Anwälte und Angehörige Öcalans erhielten seit
       April vergangenen Jahres keine Besuchserlaubnis mehr. Der PKK-Chef ist seit
       1999 auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftiert.
       
       Aus Sorge um Öcalan waren am vergangenen Montag in der südosttürkischen
       Kurdenmetropole Diyarbakir 50 pro-kurdische Aktivisten in den Hungerstreik
       getreten, darunter fünf Parlamentarier der pro-kurdischen Oppositionspartei
       HDP. Sie forderten, Anwälten und Angehörigen Zugang zu Öcalan zu gewähren.
       
       ## Türkische Luftwaffe fliegt weiter Angriffe
       
       Die Luftwaffe flog unterdessen erneut Angriffe auf die PKK in der
       Südosttürkei. Anadolu meldete am Samstag unter Berufung auf die
       Streitkräfte, dabei seien am Vortag neun Ziele zerstört worden. Zu den
       Luftangriffen sei es in der Provinz Hakkari gekommen, wo es in der
       vergangenen Woche zu schweren Gefechten mit der PKK gekommen war. Unklar
       blieb, um was für Ziele es sich handelte.
       
       Aus Regierungskreisen hieß es am Samstag, in Diyarbakir sei in der Nähe des
       Grabes der Mutter des Vizechefs der Regierungspartei AKP eine Bombe mit 640
       Kilogramm Sprengstoff entdeckt worden. Man gehe von einem geplanten
       Attentatsversuch auf den stellvertretenden Parteichef Mehdi Eker bei einem
       Besuch während des Opferfestes aus.
       
       Im Juli vergangenen Jahres war eine mehr als zwei Jahre andauernde
       Waffenruhe zwischen der PKK und der türkischen Regierung gescheitert.
       Seitdem eskaliert der Konflikt wieder. Die türkische Armee geht massiv
       gegen die PKK in der Südosttürkei vor, diese wiederum verübt immer wieder
       schwere Anschläge.
       
       10 Sep 2016
       
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