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       # taz.de -- Wahlniederlage für CDU: Das Schweigen der Schwarzen
       
       > Für die Christdemokraten ist das Ergebnis niederschmetternd. Manche rufen
       > schon nach einem Rücktritt von Chef Frank Henkel.
       
   IMG Bild: Warnt vor Spaltung der Stadt in „Linksblock“ und „Rechtsblock“: CDU-Chef Frank Henkel am Sonntag nach der 1. Hochrechnung
       
       Schweigen. Das ist die allgemeine Reaktion im 3. Stock des
       Abgeordnetenhauses. Zur Wahlparty hat die CDU hierher geladen, aber zu
       feiern und zu bejubeln gibt es nichts. Die rund 300 CDUler im Saal johlen
       noch nicht mal, als die 23 Prozent der SPD auf dem großem Bildschirm
       erscheinen, obwohl das für große Verluste bei den Sozialdemokraten steht.
       Zu schockierend ist die „18“, die für die CDU erscheint.
       
       Die 18. Was heißt dieses schlechteste Wahlergebnis der Berliner CDU aller
       Zeiten für ihren Spitzenkandidaten, den bisherigen Innensenator Frank
       Henkel? „Bei einem Ergebnis unter 18 Prozent wird sich Henkel nicht halten
       können“, sagt ein früherer langjähriger Abgeordneter. Eberhard Diepgen,
       Regierungschef bis 2001, mag Henkel nicht die alleinige Verantwortung
       anlasten, will nicht nach dessen Rücktritt als Landesvorsitzender rufen.
       
       29 Sitze soll die Fraktion nach einer ersten Hochrechnung im neuen
       Parlament haben, der bisherige Chef Florian Graf hat sich in den
       vergangenen 5 Jahren viel Anerkennung verdient. Für Noch-Sozialsenator
       Mario Czaja ist die Sache für die für Dienstag angesetzte Neuwahl klar:
       „Florian Graf wird Fraktionschef.“ Und Henkel? „Frank Henkel ist
       Regierungsmitglied“, sagt Czaja.
       
       Mehrere CDU-Abgeordnete drängten den alten und mutmaßlich neuen
       Regierungschef Michael Müller (SPD) zu einer Koalition der Mitte mit einer
       rot-schwarz-gelben oder rot-schwarz-grünen Koalition. Müller habe das
       zweitschlechteste SPD-Wahlergebnis eingefahren, die CDU sei weiter
       zweitstärkste Partei in der Stadt.
       
       ## „Absolut unbefriedigend“
       
       25 Minuten nach der ersten Prognose kommt Henkel. Das war kein guter Tag
       für die Volksparteien“, sagt er – und müht sich. Für die CDU sei das
       Ergebnis „absolut unbefriedigend“, gerade angesichts einer aus seiner Sicht
       guten Bilanz der Koalition. „Es verlieren alle, wenn Erfolge im Hickhack
       einer Koalition kaputt geredet werden.“
       
       Er wirft die AfD zusammen mit der Linkspartei. Der Ball liege jetzt bei
       Michael Müller, der zeigen könne, wie ernst es ihm mit dem Zusammenhalt der
       Stadt sei. Und er warnt vor einer Spaltung „in einen Linksblock und einen
       Rechtsblock“: „Wir stehen für Sondierungsgespräche bereit, aber wir können
       natürlich die Lage realistisch einschätzen.“
       
       18 Sep 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Alberti
       
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