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       # taz.de -- Folter und willkürliche Tötungen: Mexikos Präsident feuert Polizeichef
       
       > Die Sicherheitskräfte Mexikos stehen immer wieder in der Kritik. Ein
       > blutiger Einsatz gegen ein Drogenkartell kostet Enrique Galindo, den Chef
       > der Bundespolizei, seinen Job.
       
   IMG Bild: Enrique Galindo hat seinen Posten als Polizeichef aufgegeben
       
       Mexiko-Stadt dpa | Nach schweren Vorwürfen von Menschenrechtlern ist der
       Chef der mexikanischen Bundespolizei entlassen worden. „Angesichts der
       jüngsten Ereignisse und auf Anweisung des Präsidenten hat Enrique Galindo
       seinen Posten aufgegeben“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am
       Montag.
       
       Vor knapp zwei Wochen hatte die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH)
       einen Bericht vorgelegt, nach dem Bundespolizisten bei einem Einsatz im
       vergangenen Jahr 22 mutmaßliche Mitglieder eines Drogenkartells erschossen
       hatten, als sie bereits gefasst waren. Zudem hätten die Beamten zwei
       Verdächtige gefoltert und den Tatort nach der Schießerei manipuliert.
       
       Die Polizei hatte eine Ranch in der Ortschaft Tanhuato gestürmt, auf der
       Mitglieder des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación militärisch geschult
       worden sein sollen. Bei dem Einsatz kamen insgesamt 42 Verdächtige und ein
       Beamter ums Leben.
       
       Nach der Vorstellung des Berichts verteidigte der Nationale
       Sicherheitsbeauftragte Renato Sales Heredia den Einsatz noch. Die
       Polizisten hätten in Notwehr gehandelt und lediglich das Feuer der
       Angreifer erwidert, sagte er.
       
       Allerdings erinnerte der Fall stark an das Massaker von Tlatlaya im Jahr
       2014, bei dem Soldaten eigenen Angaben zufolge bei Zusammenstößen 22
       Verdächtige töteten. Später stellte sich heraus, dass zumindest einige der
       Opfer erschossen wurden, nachdem sie sich bereits ergeben hatten.
       
       ## UN kritisiert Folter und Misshandlungen
       
       Internationale Organisationen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren
       immer wieder die mexikanischen Sicherheitskräfte. Nach Angaben der UN sind
       Folter und Misshandlungen durch Polizei und Militär in Mexiko weit
       verbreitet.
       
       Jetzt will die Regierung in den Reihen der Polizei offenbar aufräumen.
       Präsident Enrique Peña Nieto hat mit äußerst schlechten Umfragewerten zu
       kämpfen und sieht durch eine Reihe von Skandalen seine Regierungsarbeit
       kompromittiert.
       
       Neuer Chef der Bundespolizei wird Manelich Castilla. Der Jurist war bislang
       Chef der Gendarmerie und hat Fortbildungen bei der US-Bundespolizei FBI,
       den kanadischen Mounties und der kolumbianischen Bundespolizei absolviert.
       
       Der Personalwechsel solle eine schnelle und transparente Untersuchung der
       Vorwürfe gegen die Polizei ermöglichen, sagte Innenminister Osorio Chong.
       Der neue Chef werde außerdem die Ausbildung der Beamten in
       Menschenrechtsfragen vorantreiben.
       
       30 Aug 2016
       
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