# taz.de -- Protest gegen Saatgutfabrik in Argentinien: Anwohner stoppen Monsanto
> Der US-Konzern Monsanto räumt eine Baustelle in der argentinischen
> Provinz Córdoba. Grund sind nicht nur die andauernden Proteste.
IMG Bild: Mais aus dem Hause Monsanto
Buenos Aires taz | Der geplante Bau einer Saatgutfabrik des US-Chemie- und
Saatgutkonzerns Monsanto in der argentinischen Provinz Córdoba scheint vom
Tisch zu sein. Arbeiter berichten, dass bereits seit Anfang August
Maschinen und Bauteile vom Baugelände abgezogen werden. Eine offizielle
Bestätigung des US-Multis gibt es zwar noch nicht, aber die GegnerInnen der
Fabrik feiern schon einmal ihren Erfolg.
Monsanto will rund 100 Millionen US-Dollar in den Bau einer Fabrik für
genmanipuliertes Maissaatgut investieren und war damit von Beginn an auf
den entschiedenen Widerstand eines Großteils der knapp 20.000
EinwohnerInnen der Kleinstadt Malvinas Argentinas gestoßen.
Hier, strategisch günstig nur rund 15 Kilometer von der Provinzhauptstadt
Córdoba entfernt, sollte das Werk seit 2012 schon errichtet werden und die
steigende Nachfrage nach Maissaatgut in der Region bedienen. Seit September
2013 blockieren die widerständigen AnwohnerInnen hartnäckig die
Zufahrtstraße zum Baugelände und trotzen seither mehreren Räumungsversuche
und Übergriffen durch die Polizei. Im Januar 2014 wurde der Bau dann auch
auf richterliche Anordnung gestoppt.
„Wir haben keine offizielle Bestätigung. Monsanto ist noch nicht weg. Die
Blockade geht weiter,“ bekräftigte Elia Leiria von der Widerstandsgruppe
aus Malvinas Argentinas. Wenn Monsanto das Vorhaben tatsächlich aufgibt,
wäre das in erster Linie dem Widerstand der unmittelbar Betroffenen zu
verdanken.
## Abzug nur eine Frage der Zeit
Ein weiterer Faktor könnte jedoch auch die allgemeine Entwicklung der
argentinischen Landwirtschaft sein. In der Presse zirkuliert die Aussage
eines anonymen Monsanto-Mitarbeiters, wonach das Werk inzwischen nicht mehr
notwendig sei. Die ursprünglich geplante Produktionskapazität von
transgenem Maissaatgut für eine Anbaufläche von 3,5 Millionen Hektar habe
sich als zu hoch erwiesen. 2015 sei Mais lediglich auf 2,5 Millionen Hektar
angebaut worden. Diese Nachfrage könne auch locker durch den Ausbau des
Werks in Rojas in der Provinz Buenos Aires bedient werden. In Rojas sind
die GegnerInnen in der absoluten Minderheit.
Tatsächlich dürfte Monsantos Abzug nur eine Frage der Zeit sein. Dem
Gemeinderat von Malvinas Argentinas liegt der Antrag vor, das Gebiet, das
auch das Baugelände umfasst, wieder als landwirtschaftliche Nutzfläche
auszuweisen, in der keine umweltschädigenden Aktivitäten betrieben werden
dürfen.
Anfang des Jahrzehnts hatten der damalige Bürgermeister und die Mehrheit
des Gemeinderats das Land aus dieser Kategorie ausgenommen, um den Bau der
Fabrik zu ermöglichen. Seit Juli wird auf Antrag der Antikorruptionsbehörde
der Provinz gegen den ehemaligen Bürgermeister und 14 ehemalige
Gemeinderäte ermittelt.
19 Aug 2016
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DIR Jürgen Vogt
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