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       # taz.de -- Nach Protesten der Mieter: Senat ruft Gewobag zur Ordnung
       
       > Nach einer Modernisierung sollten die Mieten in der Raumerstraße 9 und
       > Schliemannstraße 36 teilweise um 130 Prozent steigen. Grüne und Linke
       > fordern Konsequenzen.
       
   IMG Bild: Mieten immer weiter rauf? Ein wohl wahlentscheidendes Thema – am 18. September wird gewählt
       
       Gute Nachricht für die Mieterinnen und Mieter der Raumerstraße 9 und
       Schliemannstraße 36 in Prenzlauer Berg. Weil ihnen nach einer
       Modernisierung durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag die
       Verdrängung drohte, hat sich nun der Senat eingeschaltet. „Wir haben die
       Gewobag gebeten, ihre Haltung bei der Modernisierung noch einmal zu
       überprüfen“, sagte Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup (SPD) der taz.
       
       Wie berichtet sollten in dem Eckhaus nach der Modernisierung inklusive
       Wärmedämmung und Einbau eines Fahrstuhls die Mieten teilweise um 130
       Prozent steigen. Einen Verzicht darauf hatte die Gewobag noch am Wochenende
       abgelehnt. Einem Wunsch des Eigentümers – die Gewobag gehört zu hundert
       Prozent dem Land Berlin – wird sich Gewobag-Vorstand Snezana Michaelis aber
       nicht verschließen können.
       
       Grüne und Linke im Berliner Abgeordnetenhaus fordern unterdessen
       weitergehende Konsequenzen. „Es ist höchste Zeit, über energetische
       Sanierung zu sprechen“, sagt die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen,
       Katrin Schmidberger. „Bei Altbauten macht das keinen Sinn.“
       
       Gerade die Wärmedämmung ist es, die bei Modernisierungen besonders zu Buche
       schlägt. Zwar dürfen die landeseigenen Gesellschaften nur 9 und nicht wie
       sonst üblich 11 Prozent der Baukosten auf die Miete umlegen. Aber auch das
       ist vielen Mietern zu viel. Die Grünen fordern deshalb die
       Wohnungsbaugesellschaften auf, auf einen Teil der möglichen Umlagen
       freiwillig zu verzichten.
       
       Ähnlich sehen das die Linken. Deren Mietenpolitikerin Katrin Lompscher
       weist darauf hin, dass ein Verzicht auf eine Dämmung auch mit der
       Energie-Einsparverordnung vereinbar sei. „Wenn eine Wärmedämmung nicht
       wirtschaftlich ist, kann man auch darauf verzichten“, so Lompscher. Sie
       kritisiert, dass der Senat im Wohnraumversorgungsgesetz den landeseigenen
       Gesellschaften keine Vorgaben gemacht hat. „Wenn wir im nächsten Senat
       mitregieren sollten, werden wir da noch einmal rangehen“, versprach
       Lompscher.
       
       Auch Baustaatssekretär Lütke Daldrup sieht die derzeitige Sanierungspraxis
       „zunehmend kritisch“. Gerade bei Gründerzeitbauten müsse man nicht immer
       umfassend modernisieren. Nach der Intervention bei der Gewobag kündigte der
       SPD-Politiker an, das Thema auch in den Aufsichtsräten der landeseigenen
       Wohnungsbaugesellschaften ansprechen zu wollen.
       
       3 Aug 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Uwe Rada
       
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