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       # taz.de -- Kommentar Pass für Flüchtlingskinder: Ramelow hat recht
       
       > Der Vorschlag des Ministerpräsidenten, Flüchtlingskindern rasch die
       > deutsche Staatsbürgerschaft zu verleihen, ist gut. Die Union dagegen
       > plagen Dünkel.
       
   IMG Bild: Bald BürgerInnen der Republik? In einer Essener Kita für Flüchtlingskinder
       
       Der Vorschlag von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, in Deutschland
       geborenen Kindern von Flüchtlingen unbürokratisch die deutsche
       Staatsbürgerschaft zu verleihen, geht in die richtige Richtung. Während
       manchen CDU-Innenpolitikern im Wahlkampf nichts Besseres einfällt, als mit
       Forderungen nach einem Verbot von Ganzkörperschleiern und doppelten
       Staatsangehörigkeiten der AfD hinterherzuhecheln, zeigt Ramelow, wie man
       gegenüber erstarkenden Rechtspopulisten Haltung bewahrt und wieder in die
       Offensive kommt.
       
       Beim Staatsbürgerschaftsrecht prallen konträre Weltbilder aufeinander.
       Konservative und Rechte betrachten den deutschen Pass als Privileg, dessen
       Exklusivität sie eifersüchtig zu bewahren trachten. Einwanderern soll er
       erst „am Ende einer erfolgreichen Integration“ verliehen werden, wie es die
       CSU formuliert, quasi als Belohnung. Dahinter steckt viel Dünkel.
       
       Klassische Einwanderungsländer wie die USA dagegen sehen die Verleihung der
       Staatsbürgerschaft pragmatisch als Eintrittskarte zur gleichberechtigten
       Teilhabe an der Gesellschaft – als eine Einladung zur Integration, zum
       sozialen Aufstieg und zum „Streben nach Glück“, wie es in der US-Verfassung
       heißt. Mit anderen Worten: Mach das Beste draus.
       
       Eigentlich müsste auch die Union wissen, dass eine schnelle Einbürgerung
       als Motivationsspritze wirkt. Sie war es ja, die in den 1990er Jahren dafür
       gesorgt hat, dass Zehntausende Aussiedler und „Russlanddeutsche“ nach
       Deutschland kommen und problemlos die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen
       konnten, ohne dass sie dafür unbedingt ihren alten Pass aufgeben mussten.
       
       Das ist mit ein Grund, warum diese Gruppe wirtschaftlich besser Fuß gefasst
       hat und sich stärker mit diesem Land identifiziert als viele Deutschtürken,
       von denen die meisten bis heute nur den türkischen Pass besitzen. Die Union
       sollte sich an diesen Erfolg erinnern und die richtige Lehre daraus ziehen.
       
       16 Aug 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Daniel Bax
       
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