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       # taz.de -- Polizei klagt über Bündnis gegen rechts: Gewalt und Hass in Göttingen
       
       > Unverhältnismäßiger Einsatz der Polizei oder menschenfeindlicher Hass der
       > Gegendemonstranten? In Göttingen prallen Welten aufeinander.
       
   IMG Bild: Schon bei dieser Göttinger Kundgebung gegen rechts im Mai 2016 wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch die SPD-Abgeordnete Gabriele Andretta
       
       Göttingen taz | Nach eskalierten Protesten vergangenen Sonntag gegen eine
       NPD-nahe Kundgebung in Göttingen spricht die Polizei von „Hass und
       menschenfeindlichen Anfeindungen“ den Beamten gegenüber. Das Bündnis gegen
       rechts dementiert und kritisiert vor allem den Einsatz der in Göttingen
       ohnehin umstrittenenen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE).
       
       Hinter dem Einsatz vermutet Lothar Hanisch, örtlicher DGB-Vorsitzender und
       Sprecher des Bündnisses gegen rechts, „Absicht, um die Gewalt während der
       Kundgebung mit diesem Vorgehen eskalieren zu lassen“. Die Sondereinheiten
       waren mehrfach in die Kundgebung gegen den extrem rechten „Freundeskreis
       Thüringen/Niedersachsen“ eingedrungen – zunächst zur Überprüfung
       potenzieller Gemüsedepots zum Werfen, wie Hanisch nach einem Gespräch mit
       der Polizeiführung sagte.
       
       In der angesichts einer Serie extrem rechter Kundgebungen aufgeheizten
       Stimmung in Göttingen kritisierte der Polizeiinspektionsleiter, dass den
       Beamten ihre Amtsausübung als Provokation auslegt werde: Er sei „sprachlos“
       angesichts des „Hasses“ und der „menschenfeindlichen Anfeindungen“, die den
       Beamten schon vor Kundgebungsbeginn entgegengeschlagen seien, schrieb
       Thomas Rath in einem vielzitierten offenen Brief.
       
       Dass sich die Gegendemonstranten zunächst nicht an alle Regeln gehalten
       haben, gibt auch Hanisch zu: „Aber man hat es friedlich gemacht.“ Die BFE
       seien später hingegen sehr „rüde“ vorgegangen, hätten „Leute so richtig aus
       dem Weg geschleudert, Männer, Frauen, Familienvater mit Kind“, schildert
       er. Infolge dessen kam es zu Rangeleien, wobei sechs Angehörige der BFE und
       mehrere Demonstranten verletzt wurden.
       
       Die diversen lokalen Bündnisse gegen rechts sprechen von einem
       „unverhältnismäßigen Gewalteinsatz“ und fordern ein Ende der BFE-Einsätze
       in Göttingen. Nicht zum ersten Mal: Nach einer eskalierten Abschiebung vor
       zwei Jahren hatten zahlreiche Gruppen die Auflösung der hier stationierten
       Einheit gefordert.
       
       5 Aug 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Christoph Höland
       
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