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       # taz.de -- Trennung von Mirja und Sky du Mont: Hamburg am Scheideweg
       
       > Das letzte Promi-Paar Hamburgs, Mirja und Sky du Mont, hat sich nach 16
       > Jahren Ehe getrennt. Wie soll es in der Hansestadt nun weitergehen?
       
   IMG Bild: Eine Trennung, ein Drama: Mirja und Sky du Mont.
       
       HAMBURG taz | Wir Hamburger haben es ja nicht so mit Gott, entsprechend
       wenig muss er herhalten, wenn hier wieder alles schief läuft. In den
       letzten Tagen löpt es allerdings so dermaßen schief, dass man schon geneigt
       ist, mal nachzufragen, ob er nicht an der einen und der anderen Schraube
       drehen könnte. Kaum steht das Wunder von Hamburg bevor, die Eröffnung der
       Elbphilharmonie, also so in echt, mit dichtem Dach und funktionierender
       Wasserzufuhr, bringt die Nachricht unsere Stadt zum Beben, dass das letzte
       verbliebene Promi-Paar, Sky und Mirja du Mont, sich getrennt hätte.
       Entsprechend findet das Klatschmagazin Gala die Worte: „[1][Es war DER
       Trennungsschock].“
       
       Und ja, das ist DER Schock, denn wer soll nun als „Promi“ zur Eröffnung des
       Konzerthauses kommen? Die Bezeichnung „[2][Hamburgs High-Society
       Traumpaar]“ (Bild) für das Ehepaar, das über Jahre hinweg hauptberuflich
       sehr charmant und eloquent durch TV-Quizsendungen tingelte, zeigt, wie sehr
       die Metropole auf den Hund gekommen ist. Wo einst Fritz J. Raddaz, Romy
       Schneider und Jil Sander, Menschen von Geist, Klasse und Nonchalance für
       das Prickeln an Alster und Elbe sorgten, leben heute ausrangierte
       Kaffeebohnenkönige und abgetakelte Werftwitwen. Ja, und bis eben auch noch
       Sky und Mirja.
       
       Nachdem die Trennung der beiden am 14. Juli bekannt wurde, regnete es zwei
       Tage lang. Seit dem Tod von Helmut Schmidt war die Frage, wen stellen wir
       jetzt in die erste Reihe bei der Elbphilharmonie-Eröffnung, dem
       AEZ-Help-The-Child-Award und wenn die Alsterschwäne das Winterquartier
       verlassen, nicht mehr von jener Dringlichkeit, wie sie es nun wird.
       Vermutungen, der Senat könnte versuchen, den Fachkräftemangel durch
       gezielte Anreize gegenüber auswärtiger Prominenz zu kompensieren, führen
       nur zu einer Verlagerung des Problems, denn Leihprominenz kann keine Lösung
       für strukturelle Probleme sein. Hamburg muss sich eher fragen, warum es für
       Leute von Rang und Namen nicht länger attraktiv ist. Dass sogar ein Ort wie
       Wuppertal mit Ann-Katrin Kramer und Harald Krassnitzer im Gegensatz zu
       Nordperle ein eigenes Promi-Paar ausweisen kann, sollte der Hansestadt die
       Röte der Beschämung ins Gesicht treiben.
       
       ## Menschliche Aspekte einer Trennungsgeschichte
       
       Dabei ist für viele Hamburger nicht nur der kulturelle Verlust schmerzlich.
       Nein, viele Bürgerinnen und Bürger bedauern zutiefst den menschlichen
       Aspekt dieser Trennungstragödie. 16 Jahre lang waren die 40-Jährige
       Darstellungskünstlerin und der 69-jährige Spross der Verlegerdynastie Neven
       du Mont ein Paar. Fragen wie: Hat er eine Jüngere? Und: Konnte die schöne
       Blonde auf Dauer dem Charakterdarsteller („Eyes Wide Shut“) und „Genießer
       des Jahres“ (Schlemmer Atlas 2007) nicht genügen?, beschäftigen die
       Menschen zwischen Norderstedt und Wentorf.
       
       Dabei waren die Voraussetzung für das Paar bestens. Das bei ihrer Hochzeit
       24-jährige Modell hatte sich mit dem Schauspieler einen Mann gesucht, der
       so knackalt war, dass er mit Größen der Filmgeschichte gearbeitet hatte,
       die mit der Einführung des Farbfernsehens in Deutschland in Vergessenheit
       gerieten: William Holden, Gregory Peck, Lee Marvin, Anthony Quinn. Es gab
       also genug Stoff, mit dem der „Schnippi“ gerufene Gatte in seiner vierten
       Ehe die langen Abende in dem noblen aber öden Elbvorort, den das Paar als
       Domizil gewählt hatte, füllen konnte. Und auch wenn die Sonne schien, gaben
       Skys Aktivitäten genug her, um dem Alltag des Paares interessanten
       Gesprächsstoff zu bieten. So setzte sich das für „edle Tropfen in Nuss“
       werbende FDP-Mitglied nicht nur öffentlichkeitswirksam für seine
       neoliberale Verliererpartei ein, nein es unterstützte auch die vom Kämpfer
       für elitäre Bildung Walter Scheuerl initiierte Bürgerinitiative „Wir wollen
       lernen“.
       
       Gemeinsam engagierten sich die beiden Wahlhamburger für die
       Tierschutzorganisation Peta und es wird für die Eheleute beruhigend gewesen
       sein, zu wissen, dass Mirja mit ihrer Ausbildung zur
       veterinärmedizinisch-technischen Assistentin im Notfall immer schnell ein
       Blutbild hätte erstellen können. Die gemeinsamen Auftritte auf der „MS
       Europa“, bei denen das auch literarisch aktive Paar aus seinem Buch „Unsere
       tägliche Krise gib uns heute“ von ihrem familiären Alltagschaos berichtete,
       zeichneten das Bild moderner, reflektierter Ehegatten, die auch als Eltern
       Verantwortung übernehmen.
       
       ## Wie einst bei Dana und Til Schweiger
       
       Und auch, dass Mirja du Mont als geistreiche und witzige Teilnehmerin unter
       anderem von Fernsehratesendungen eine unabhängige Präsenz aufbaute, hat die
       Faszination dieses Hamburger Glamourpaares unterstützt.
       
       Nun hat der Glamour eine Weggabelung erreicht und wie schon mit der
       Trennung von Dana und Til Schweiger ist zu befürchten, dass einer der
       Ehepartner seinen Glanz demnächst an anderer Stelle versprüht.
       
       Die Stadt Hamburg stellt das vor die entscheidende Frage, was um Himmels
       Willen sie denn tun muss, um als „schönste Stadt der Welt“ wieder zu dem
       Ort zu werden, an dem Prominente gesehen werden möchten. Es liegt die
       Vermutung nahe, dass eine Sonderabteilung des Hamburger Senats schon nach
       einer Lösung sucht. Was diese Attraktivität herbeiführen könnte, wird die
       zentrale Frage in dieser Abteilung sein. Ob man ein neues Musical-Haus
       bauen sollte, wird man sich fragen. Oder lieber eine Massenveranstaltung in
       die Stadt holen?
       
       Gäbe es die nicht schon – eine Fontäne auf der Alster wäre eine tolle Idee.
       
       19 Jul 2016
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.gala.de/stars/news/mirja-du-mont-jetzt-spricht-sie-klartext_1488486.html
   DIR [2] http://www.bild.de/regional/hamburg/mirja-dumont/schon-2015-bekam-sie-den-liebes-freifahrtschein-46800388.bild.html
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Silke Burmester
       
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