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       # taz.de -- AfD-Fraktion in Baden-Württemberg: Antisemit für Deutschland
       
       > Die AfD-Fraktion in Baden-Württemberg stimmt für den Ausschluss ihres
       > Landtagsabgeordneten Gedeon. Die endgültige Entscheidung fällt später.
       
   IMG Bild: Demnächst vielleicht fraktionslos im baden-württembergischen Landtag: Wolfgang Gedeon (m.)
       
       Karlsruhe taz | Jetzt hat es auch die AfD gemerkt. In ihren Fraktionsreihen
       sitzt offenbar ein lupenreiner Antisemit. Wolfgang Gedeon ist in der AfD
       kein Unbekannter. Er ist Gründungsmitglied der Partei, Autor von
       parteiinternen Diskussionspapieren, für die sich der Landesvorsitzende
       schon mal persönlich bedankt hat.
       
       Seit März sitzt Gedeon nun im Stuttgarter Landtag. Das sorgt jetzt für
       Ärger. Denn vor seiner Parteikarriere hat der 69-jährige in seiner Freizeit
       Bücher geschrieben, in denen er sich etwa auf das antisemitische Machwerk
       der „Protokolle der Weisen von Zion“ bezieht.
       
       Gedeon warnt in seinen umfangreichen Schriften, die in einem Frankfurter
       Bezahlverlag erschienen sind, vor „einer Versklavung der Menschheit im
       messianischen Reich der Juden“. Er beklagt, dass der Holocaust in
       Deutschland „ideologisiert und theologisiert“ werde, stellt eine
       „Judaeomanie als Reaktion auf den Antisemitismus der
       Nationalsozialistischen Zeit“ fest.
       
       Neonazis wie Horst Mahler und den Holocaust-Leugner Ernst Zündel bezeichnet
       Gedeon in seinen Schriften als „Dissidenten“ und beruft sich auf den
       rechtsextremen katholischen Theologen Johannes Rothkranz.
       
       Erst nachdem die Presse auf Gedeons Schriften gestoßen ist, will Parteichef
       Jörg Meuthen nun erkannt haben, dass der Fall Gedeon eine „Nagelprobe“ für
       die Partei sei. Am Dienstag hat er immerhin einen einstimmigen Beschluss im
       Bundesvorstand herbeigeführt, der empfiehlt, Gedeon aus der Partei
       auszuschließen.
       
       ## Machtprobe für Fraktionschef Meuthen
       
       Doch darüber muss am Ende das Landesschiedsgericht entscheiden, in dem zum
       Beispiel Dubravko Mandic sitzt. Der Freiburger Rechtsanwalt hat den
       amerikanischen Präsidenten öffentlich einen „Quoten-Neger“ genannt. Ein
       Parteiausschlussverfahren gegen Mandic, wegen dieses Ausfalls hatte damals
       Meuthen gestoppt.
       
       Und so mahlen die Parteimühlen im Fall Gedeon vor sich hin. Auch die
       Landtagsfraktion beriet am Dienstag über den unbequem gewordenen
       Parteikollegen. Eine Mehrheit der AfD-Abgeordneten stimmte schließlich für
       einen Antrag auf Ausschluss Gedeons aus der Landtagsfraktion.
       
       Über den eigentlichen Ausschluss muss laut Fraktionssatzung allerdings erst
       noch in einer gesonderten Sitzung entschieden werden. Sie soll am 21. Juni
       stattfinden. Ob die dann nötige Zweidrittel-Mehrheit steht, ist noch
       unklar. Es wird die erste Machtprobe für Fraktionschef Meuthen.
       
       Denn unter den Landtagsabgeordneten kann Wolfgang Gedeon derzeit noch auf
       Fürsprecher hoffen. Heinrich Fiechtner, Landtagsabgeordneter aus Stuttgart,
       der ebenfalls für sein verbale Entgleisungen bekannt ist, hat ihn bereits
       in Schutz genommen: Gedeons Aussagen seien nicht antisemitisch, erklärte
       Fiechtner. So sieht es auch Gedeon selbst. „Diejenigen die das behaupten,
       haben meine Bücher entweder nicht gelesen oder nicht verstanden“, lässt er
       auf seiner Homepage wissen. Nun ja.
       
       8 Jun 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Benno Stieber
       
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