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       # taz.de -- Sinkende Kaiserschnitt-Rate in Bremen: Mehr Geburten ohne Skalpell
       
       > Die Kaiserschnittrate in Bremen ist um einen Prozentpunkt gesunken. Dr
       > Chefarzt des Bremer Sankt-Joseph-Stifts fordert mehr Personal.
       
   IMG Bild: Nicht in aller Bremer Krankenhäusern ist die Kaiserschnittrate zurückgegangen
       
       BREMEN taz | Die Kaiserschnittrate ist in Bremen weiter gesunken. Das
       vermeldete am Freitag der Bremer Senat. Im Vergleich zu 2014 wurden mit
       30,5 Kaiserschnittgeburten ein Prozent weniger Frauen per Operation von
       ihren Kindern entbunden.
       
       Dies verbucht die Landesregierung als Erfolg des Anfang 2013 auf Initiative
       der Landesfrauenbeauftragten gegründeten „Bremer Bündnis zur Unterstützung
       der natürlichen Geburt“. Dieser bundesweit einmalige Zusammenschluss von
       Krankenkassen, Kliniken, Hebammen, GesundheitspolitikerInnen sowie
       niedergelassenen GynäkologInnen und KinderärztInnen hatte sich vor einem
       Jahr auf Empfehlungen geeinigt, um wieder mehr Frauen zu ermöglichen,
       Kinder aus eigener Kraft zu gebären.
       
       Der Senat hält eine verbesserte Kooperation zwischen Geburtshilfekliniken
       und den FrauenärztInnen, die die Schwangerschaft betreuen, für
       entscheidend, um die Rate zu senken. Schließlich ist mit einem Fünftel der
       Fälle der häufigste Grund für einen Kaiserschnitt: ein vorangegangener
       Kaiserschnitt. Niedergelassenen GynäkologInnen sollten daher „schwangere
       Frauen, die schon einen Kaiserschnitt hatten, aktiv zu einer natürlichen
       Geburt ermutigen“, sagt der Senat.
       
       Allerdings gibt es noch weitere Faktoren, die die Rate beeinflussen – und
       die Geld kosten. So sagt Torsten Frambach, Chefarzt der Frauenklinik des
       St. Joseph-Stifts: „Für den weiteren Erfolg ist eine Eins-zu-Eins Betreuung
       durch Hebammen unter der Geburt dringend erforderlich“, dazu brauche es
       „politische Unterstützung auf allen Ebenen“. „Mehr Zeit für Gebärende“
       fordert auch Heike Schiffling, Vorsitzende des Hebammenlandesverband
       Bremen.
       
       Derzeit betreuen Hebammen in der Regel mehrere Gebärende gleichzeitig.
       Wegen der Schließung des Kreißsaals im Klinikum Mitte Anfang 2012 und von
       Geburtshilfestationen im Umland kommt es in Bremer Kreißsälen regelmäßig zu
       Engpässen, auf die ChefärztInnen der Kliniken mehrfach hingewiesen haben.
       Verschärft hat sich die Situation noch einmal mit dem starken Zuzug im
       vergangenen Jahr von Geflüchteten. Zu diesem Thema erwarten die Fraktionen
       von SPD und Grünen in der Bremischen Bürgerschaft eine Auskunft des Senats.
       
       Die Kaiserschnittrate ist nicht in allen Kliniken gleichermaßen gesunken.
       Im Klinikum Links der Weser (LdW), das extreme Frühgeburten betreut, liegt
       sie konstant bei 34 Prozent. Am stärksten gefallen ist sie in Bremen Nord:
       Von 32 Prozent im Jahr 2013 auf 27 Prozent in 2015. Im Sankt-Joseph-Stift,
       der nach dem LdW größten Geburtshilfeklinik, ist sie sogar gestiegen: Von
       23,4 auf 25,9 Prozent. Aus Bremerhaven, wo es nur noch eine Klinik gibt,
       gab es am Freitag keine neue Zahl: 2012 lag die Rate bei 36,7 Prozent.
       
       17 Jun 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eiken Bruhn
       
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