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       # taz.de -- Neubauprojekt in Berlin-Friedrichshain: Protest gegen „Carré Sama-Riga“
       
       > Im Friedrichshainer Nordkiez wächst der Widerstand gegen ein Wohnprojekt
       > – nachdem sich jahrelang offenbar kaum jemand im Viertel dafür
       > interessiert hat.
       
   IMG Bild: Eine der letzten Bastionen der linken Szene Berlins: die Rigaer Straße
       
       Rund 60 Menschen haben sich am Freitag und Samstag an zwei Kundgebungen vor
       der Rigaer Straße 71-73 beteiligt. Die Aktion sollte die Nachbarschaft über
       das dort geplante „Carré Sama-Riga“ informieren, das seit Wochen für
       Diskussionen im Friedrichshainer Nordkiez sorgt. Auf dem Areal einer alten
       Möbelfabrik soll das ambitionierte Neubauprojekt mit etwa 133 Wohnungen und
       vier Gewerbeeinheiten entstehen.
       
       Auf der Homepage des Investors CG-Gruppe sieht man Fotos von Lofts für den
       finanzkräftigen Mittelstand. „In einer der gefragtesten Kiez-Lagen von
       Berlin – im Samariter-Viertel – bereitet die CG Gruppe ein weiteres,
       anspruchsvolles Projekt vor“, heißt es im Begleittext. Geplant sei „eine
       Mischung aus anspruchsvollem Wohnen und szenetypischer Kunst-, Kultur- und
       Arbeitswelt“.
       
       Doch viele AnwohnerInnen sind von den Plänen keineswegs begeistert, wie
       sich bei den Kundgebungen zeigte. „Wer wird davon profitieren? Die, die oft
       nicht wissen, wie sie das Geld zum Überleben bekommen, sicher nicht“, meint
       eine ältere Frau, die nach dem Einkaufen bei der Kundgebung vorbeischaute.
       „In meinen Haus sind viele verunsichert und fragen sich, ob es hier bald so
       aussieht wie am Prenzlauer Berg“, meinte ein jüngerer Mann.
       
       Die Auseinandersetzung um das „Carré Sama-Riga“ wird auch an den
       Häuserwänden im Kiez ausgetragen. Auf vielen Plakaten wird dazu aufgerufen,
       das Projekt zu stoppen. In Flyern wird den BetreiberInnen des Projektraums
       Antje Oeklesund, der auf dem Gelände Rigaer Straße 71-73 seit Jahren sein
       Domizil hat, vorgeworfen, sich von der CG-Gruppe einspannen zu lassen, um
       das Image des Neubaus aufzuwerten.
       
       Hajo Toppius vom Verein Stadtraumnutzung, der das Antje Oeklesund betreibt,
       sagte der taz, der Initiative gehe es darum, zumindest Rudimente einer
       Kiezkultur auch in dem Neubau zu erhalten. Manchmal zweifle er selber, ob
       das gelingen kann. „Wir haben mehrere Jahre versucht, im Kiez eine
       Diskussion über die Zukunft des Grundstücks anzuregen. Besichtigungen des
       Geländes und Umfragen in der Nachbarschaft haben wenig Resonanz gebracht“,
       so Toppius.
       
       Das hat sich geändert. Am 12. Juni soll ein Stadtteilspaziergang gegen
       Verdrängung in der Rigaer Straße 71 beginnen. Tags davor lädt die CG-Group
       zur Infoveranstaltung.
       
       22 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Peter Nowak
       
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