# taz.de -- Reaktion auf Nato-Einsatz in der Ägäis: Schleuser weichen aus
> Die Präsenz der Nato-Schiffe an einzelnen Küstenabschnitten reicht nicht
> aus, sagt ein Nato-Kommandeur. Die Schleuser stellen sich darauf ein.
IMG Bild: Nato-Kommandeur Jörg Klein: „Wenn wir da sind, wirkt das. Aber die Schleuser sind sehr flexibel und verlagern ihre Schwerpunkte.“
Berlin dpa | Die Flüchtlingsschleuser in der Türkei stellen sich mit
Ausweichmanövern auf den Nato-Einsatz in der Ägäis ein. Die 20 bis 40
Flüchtlingsboote pro Tag suchten sich ihre Routen danach aus, wie der
Nato-Verband mit seinen sieben Schiffen aufgestellt sei, sagte
Nato-Kommandeur Jörg Klein der Deutschen-Presse-Agentur. „Wenn wir da sind,
wirkt das. Aber die Schleuser sind sehr flexibel und verlagern ihre
Schwerpunkte.“
Die Präsenz an einzelnen Küstenabschnitten reicht laut Klein nicht aus.
„Wenn sie Lesbos abriegeln, dann ist zu erwarten, dass sich die
Flüchtlingsströme andere Wege suchen“, sagte der Flottillenadmiral, der mit
dem Versorgungsschiff „Bonn“ in der Ägäis unterwegs ist. „Deswegen ist es
sinnvoll und auch geplant, die Nato-Aktivität möglichst rasch auf weitere
Küstengewässer in der Ägäis auszuweiten.“
Bisher hat der Nato-Einsatz noch nicht zur gewünschten Eindämmung der
Flüchtlingsbewegung von der Türkei nach Griechenland geführt. In der ersten
Woche unterschieden sich die Zahlen kaum von denen der Vorwoche. Der
Nato-Verband überwacht bisher nur den Seeraum zwischen der Türkei und
Lesbos. Auch dort haben die Flüchtlingszahlen aber nicht abgenommen.
Klein hält es trotzdem für verfrüht, daraus Schlüsse zu ziehen. Die
Flüchtlingsbewegung werde auch von der Logistik der Schleuser, den
Wetterbedingungen oder der Kommunikation über soziale Medien beeinflusst,
sagte er. Die Kooperation mit den Küstenwachen Griechenlands und der Türkei
wertete er als „ausgezeichnet“.
17 Mar 2016
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