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       # taz.de -- 26. Spieltag Herren-Fußballbundesliga: Hertha träumt von Europa
       
       > Ein Sieg gegen Schalke gelang Hertha BSC zuletzt vor zehn Jahren. Mit dem
       > 2:0 verteidigt das Team seinen dritten Tabellenplatz – und hofft auf die
       > Champions League.
       
   IMG Bild: Da geht doch noch was für die Hertha: Niklas Stark (M) jubelt nach seinem Treffer
       
       Berlin dpa | Bei Hertha BSC ist nach dem ersten Sieg gegen Schalke 04 seit
       fast zehn Jahren die Lust auf den ganz großen Coup richtig geweckt.
       Torjäger Vedad Ibisevic (42. Minute) und Niklas Stark (65.) sorgten zum
       Start des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga vor 51 424 Zuschauern für
       den 2:0 (1:0)-Erfolg des Hauptstadtclubs über Königsblau. Hertha
       verteidigte mit dem 13. Saisonsieg Platz drei, vergrößerte den Abstand auf
       den direkten Konkurrenten auf vier Punkte und rückt mit 45 Zählern der
       europäischen Bühne immer näher.
       
       Sogar das Comeback in der Champions League nach 17 Jahren scheint für das
       Überraschungsteam der Saison realistisch. Der erste Sieg im 15. Anlauf
       gegen Schalke seit September 2006 sorgte bei den Fans schon für allerbeste
       Stimmung. „Europapokal, Europapokal“, hallte es durch das Rund. „Kompliment
       an die Jungs. Das haben sie perfekt gemacht“, lobte Hertha-Trainer Pal
       Dardai bei Sky seine Mannschaft. „Erstmal schlafen wir drüber“, wiegelte er
       die Frage nach großen Zielen ab. Aber: „Den Stress haben die Gegner, wir
       nicht.“
       
       Den Schalkern droht nach vier Spielen ohne Bundesliga-Niederlage hingegen
       an diesem Wochenende der Absturz aus der Königsklassen-Zone. „Es war eine
       bittere Niederlage, aber wir wollen international spielen. Wir haben alles
       selbst in der Hand“, sagte Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann. „Das Spiel
       war ausgeglichen. Berlin hat die Chancen gemacht, wir nicht, deswegen haben
       wir verloren.“
       
       Die heimstarke Hertha versuchte, mit viel Ballkontrolle und Kurzpassspiel
       auf dem nagelneuen Rasenteppich die Kontrolle zu übernehmen. „Jetzt gibt es
       kein Alibi mehr, habe ich den Jungs gesagt“, merkte Dardai zu dem Austausch
       des Grüns im Olympiastadion an. Spielmacher Vladimir Darida hatte nach
       Vorarbeit von Salomon Kalou die erste Chance (9.), der Tscheche schoss aber
       zu lasch.
       
       Die zum dritten Mal mit der selben Startelf angetretenen Schalker – für
       Leroy Sané bliebt vorerst nur ein Platz auf der Bank – kombinierten munter
       mit. Vor allem Max Mayer stieß immer wieder in die Räume. Nach seinem guten
       Steilpass war Hertha-Torwart Rune Jarstein vor Klaas-Jan Huntelaar zur
       Stelle (33.). Nach einer Hereingabe des Brasilianers Junior Caicara köpfte
       Huntelaar (21.) gefährlich. Jarstein parierte großartig. Der Norweger hatte
       wegen Adduktorenproblemen erst am Donnerstag wieder voll trainieren können.
       
       Die Umstellungen von Dardai, der im September 2006 den letzten Hertha-Sieg
       als Spieler erlebt hatte, wirkten sich potitiv aus. Für den formschwachen
       Kapitän Fabian Lustenberger brachte er Tolga Cigerci im defensiven
       Mittelfeld. Und der 23-Jährige wurde selst torgefährlich: Nur mit Mühe
       konnte Fährmann den Fernschuss des Deutsch-Türken abwehren (37.).
       
       Der diesmal wieder als Rechtsverteidiger agierende Mitchell Weiser wurde
       ebenso in letzter Sekunde gestoppt wie Berlin Toptorjäger Kalou (34.).
       Ibisevic belohnte die aktiveren Gastgeber kurz vor der Pause. Nach schönem
       Zuspiel von Kalou und Weiterleitung von Genki Haraguchi schoss der Bosnier
       zu seinem achten Saisontreffer ein.
       
       Schalke spielte nach der Pause wie von Trainer André Breitenreiter
       gefordert aktiver. Gute Freistoßchancen blieben aber ungenutzt. Die bis
       dahin beste Ausgleichschance vergb Dennis Aogo. Der Verteidiger entwischte
       Haraguchi, schoss aber am langen Eck vorbei (55.). Auf der Gegenseite wurde
       Kalou (58.) nach einem Konter spät gebremst.
       
       Joel Matip stoppte eine Hertha-Angriff gerade noch, doch die folgende Ecke
       von Darida nutzte Stark zu seinem starken Auftritt. Der Ex-Nürnberger
       schraubte sich in die Höhe und köpfte zu seinem ersten Bundesliga-Tor für
       Hertha ein. Cigerci und Ibisevic, die völlig freisehend das Tor nicht
       trafen (72., 76.), hätten Schalke sogar demütigen können. Ein
       Cigerci-Schuss (79.) krachte noch an die Latte.
       
       12 Mar 2016
       
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